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Hückelhoven: Weinberg auf Millicher Halde

VON DANIELA GIESS - zuletzt aktualisiert: 20.08.2011

Hückelhoven (RP). Jürgen Batalia plant ein ungewöhnliches Vorhaben: Der 49-Jährige will auf der Millicher Halde Wein anbauen. Damit würde er eine alte Tradition aufleben lassen. Weinbauer Christian Peth aus Rheinhessen bietet seine Hilfe an.

Das Ehepaar Jürgen und Ines Batalia wollen auf der Millicher Halde Wein anbauen. Tipps holten sie sich jetzt von Weinbauer Christian Peth (Mitte) aus Rheinhessen.  Foto:  Kn
Das Ehepaar Jürgen und Ines Batalia wollen auf der Millicher Halde Wein anbauen. Tipps holten sie sich jetzt von Weinbauer Christian Peth (Mitte) aus Rheinhessen. Foto: Kn

Bei einem winterlichen Spaziergang mit Ehefrau Ines auf der Millicher Kohlenhalde kam ihm die Idee. In der kalten Jahreszeit entdeckte Jürgen Batalia den alten Weinberg der stillgelegten Zeche Sophia-Jacoba. Und beschloss, das Trauben-Areal wachzuküssen aus seinem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf.

Flasche überreicht

Kein allzu schwieriges Unterfangen. Bürgermeister Bernd Jansen ließ sich schnell begeistern von dem ungewöhnlichen Vorhaben. Der Erste Bürger der Stadt Hückelhoven überreichte dem Kleingladbacher Neu-Winzer sogar eine Flasche aus dem historischen Bestand des Steinkohlebergwerks. Inzwischen wurde ein Pachtvertrag aufgesetzt, der bald unterschrieben werden soll.

Info

Millicher Halde

Begrünungsversuch In der Werkszeitung von September 1982 wird berichtet, dass Sophia-Jacoba mit dem Weinanbau – ein Müller-Thurgau – einen "Beitrag zur Gestaltung einer umweltbewussten Bergwerksregion leisten" wollte.

Naherholungsziel Die Millicher Abraumhalde an der Landstraße 117, 70 Meter hoch, fällt auf durch die markante Treppe mit Aussichtsplattform, im Volksmund als Himmelsleiter bekannt.

"Ich möchte eine alte Tradition wieder aufleben lassen", sagt Jürgen Batalia. Der selbstständige IT-Spezialist, der als Industriekaufmann bei Sophia-Jacoba gelernt hat, erinnert sich noch gut an den Weinanbau. "Die Gärtnerkolonne kümmerte sich damals um die Rebstöcke", erzählt er. Allerdings: Besonders gut habe der Riesling eigentlich nicht geschmeckt. Deshalb erwartet der 49-Jährige, dessen Ehefrau Ines die Weinhandlung an der Millicher Gronewaldstraße führt, keinen allzu großen Gewinn. "Früher tranken den die Kohlebarone von Sophia-Jacoba. Aber geschmeckt haben soll er wie Essig."

Auf 800 Quadratmetern will er den Zechen-Wein anbauen. Davor steht ein gewaltiges Stück Arbeit an – das Unkraut bekämpfen, das seit der Zechenschließung wuchern konnte. "Da brauche ich wohl einige Leute, die mir helfen", stöhnt Batalia und lacht. Einen ersten Helfer hat er bereits für sich gewonnen. Weinbauer Christian Peth gehört zu den Lieferanten der Millicher Weinhandlung Batalia. Die studierte Winzerpersönlichkeit aus Rheinhessen überzeugte sich jetzt vor Ort von Qualität und Zustand der Sophia-Jacoba-Trauben. "Rebstöcke sind ja im Grunde unkaputtbar", weiß Peth, der sich im Rahmen seiner Winzerausbildung in Chile, Australien und den USA aufhielt.

Einzige Auflage, die der Kreis Heinsberg machte: Schädlingsbefall und Krankheiten dürfen nur mit biologischen Mitteln bekämpft werden. Auf anorganischen Dünger zu verzichten, sei auch in Millich kein Problem. Peth geht davon aus, dass Jürgen Batalia etwa 125 Arbeitsstunden pro Jahr in das Millicher Weinbaugebiet investieren muss.

Auch der langjährige SJ-Betriebsratsvorsitzende Franz-Josef Sonnen freut sich auf den neuen Wein, der noch keinen Namen hat. Im Maschinenhaus an Schacht III hat er in einer Vitrine einige alte Flaschen des edlen Getränks ausgestellt. Frage des Tages

Quelle: RP


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