Tennis: Der zweite Streich
VON JÖRG ZELLEN - zuletzt aktualisiert: 09.07.2007Auch am zweiten Spieltag der Bundesliga gelang dem HTC Blau-Weiß Krefeld eine Überraschung.
Beim 1. FC Nürnberg siegte die Mannschaft von Teamchef Olaf Merkel gestern wie schon im Vorjahr mit 4:2.Tennis Wenn Außenseiter gewinnen, haben die Zuschauer immer viel Freude. Doch die mehr als 1000 Zuschauer auf der Anlage des 1. FC Nürnberg waren angesichts der Niederlage ihrer „Clubberer“ nicht wirklich zufrieden. Die Blau-Weißen „Underdogs“ vom Niederrhein vermasselten den Franken ihr Heimdebüt gründlich. Nach dem Überraschungssieg am Freitag gegen Aachen fuhr die Mannschaft von Teamchef Olaf Merkel gestern bereits den zweiten Erfolg ein.
„Massi“ lief zur Hochform auf
Nach anfänglichen Problemen nahm Maximo Gonzales Fahrt auf. Der quirlige Argentinier, der in der vergangenen Saison keines seiner Einzel für Blau-Weiß verlor, rang seinem italienischen Gegenüber, Giorgio Galimberti, nach großem Kampf den ersten Satz mit 6:4 ab. Vom Rückstand zunehmend verunsichert, produzierte die Nummer vier der Franken immer mehr unnötige Fehler. „Massi“ Gonzales hingegen lief zu Hochform auf, führte seinen Gegner nun vor und siegte locker mit 6:4 und 6:1.
Wenig später stand es gar 2:0. Dennis van Scheppingen behielt in einem hoch dramatischen Match gegen den Neu-Nürnberger Jan Mertl die Oberhand. Bereits im ersten Satz schenkten sich die Nummer zwei-Spieler nichts, kämpften erbittert um jeden Ball. Den Tie-Break entschied der 32-jährige Niederländer in Diensten von Blau-Weiß mit 9:7 für sich. Wie so oft nach einem verlorenen Tie-Break kam Mertl nun besser ins Spiel. „Dem gelang ja plötzlich alles“, gab selbst van Scheppingen nach der Partie zu. Den zweiten Durchgang sicherte sich der Tscheche mit 6:0. Der Champions Tie-Break musste die Entscheidung bringen. Und hier behielt van Scheppingen einmal mehr einen kühlen Kopf. Der Sieger sagte hinerher: „Ich wollte es halt mal wieder spannend machen.“
Doch noch war nichts gewonnen, es ging in die zweite Einzel-Runde. Franco Ferreiro bekam es mit dem kleinen Italiener Simone Vagnozzi zu tun. Mit seinem enorm druckvollen Spiel hetzte Ferreiro seinen wieselflinken Gegner über den Platz. Mit 6:2 holte der Blau-Weißen den ersten Satz, ehe Vagnozzi nach Sätzen ausglich. In einem hochklassigen und packenden Champions Tie-Break hatte Ferreiro das bessere Ende. Jetzt war den Blau-Weißen ein Punkt sicher. Da Paolo Lorenzi das Spitzeneinzel gegen Davis Cup-Spieler Florian Mayer in zwei Sätzen verlor, mussten die Doppel über Sieg oder Unentschieden entscheiden. Dennis van Scheppingen und Maximo Gonzales kamen gegen Florian Mayer und Giorgio Galimberti zunächst mit 3:6 unter die Räder, drehten den Spieß dann aber um (6:1) und erzwangen den Champions Tie Break. Als sie ihren ersten Matchball zum 10:7 nutzten, flippte der Blau-Weiß-Anhang aus.
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