Handball: Die Koma-Omas
VON CHARLY NIESSEN - zuletzt aktualisiert: 24.07.2008Die Frauen-Auswahl der VT Kempen spielt am Wochenende um die deutsche Meisterschaft im Beachhandball. Unter dem Namen „Koma-Omas“ treffen sie dann unter anderem auf Planschbräute und Wattwürmchen.
Spielen auch Koma-Omas in der dritthöchsten Deutschen Frauenhandballliga? Diese Frage muss klar mit ja beantwortet werden, denn die Spielerinnen der Regionalligamannschaft der VT Kempen mutieren am kommenden Wochenende für drei Tage zu diesen bedauernswerten Geschöpfen. Und zwar in Cuxhaven, wo an drei Tagen die Deutschen Meisterschaften im Beachhandball stattfinden. Die Planschbräute Bad Wildungen und die Wattwürmchen Hamm gehören zu den weiteren 17 Teilnehmern, die sich in verschiedenen Masterturnieren für dieses Endturnier qualifiziert haben. Die Mädels der VT haben in Dangast, Kassel und Köln gespielt und sich platziert. Das Turnier in Hamburg haben sie gewonnen, so dass sie Vierzehnter der Deutschen Rangliste geworden sind und damit die Fahrkarte an die Nordsee lösen konnten.
Dort erwartet sie natürlich neben den sportlichen Höchstleistungen auch jede Menge Spaß, denn der Funsport Beachhandball hat immer mehr Freunde gewonnen und wird auch viele interessierte Zuschauer und auch einige skurrile Gestalten und Teams anlocken. Doch Trainer René Baude, der allerdings nur als Tourist mitfährt, weiß den Wert einer solchen Veranstaltung zu schätzen. „Die Mädels haben alle bisherigen Turniere selbstständig organisiert, und auch in Cuxhaven sind sie auf sich selbst gestellt“, sagte er. Dabei erwähnt er neben der Organisation auch den Effekt, sich selbst zu coachen und die taktischen und sportlichen Marschrouten selbst zu entwerfen.
Trotz des sommerlichen Eventcharakters wird es harte Begegnungen um den Titel des Deutschen Meisters geben, in denen sich nur die Besten durchsetzen. „In einigen Teams spielen auch Bundesligaspielerinnen mit, die sind schon enorm stark. Aber wir wollen alles dafür tun, um uns in dem Achtzehnerfeld möglichst weit vorne zu platzieren“, sagte Torjägerin Katrin Stark.
Dazu mussten sich die Spielerinnen natürlich auch die etwas gewöhnungsbedürftigen Regeln des Beachhandballs zu eigen machen. Denn Tore sind nicht Tore in dieser Sportart. Wenn der Torwart (einer von insgesamt vier Spielerinnen) ein Tor erzielt, dann gibt´s dafür zwei Punkte. Und auch für das Auge wird gespielt und gewertet: Ein per Kempertrick erzieltes Tor und ein Treffer, bei dem während des Sprungwurfs eine Pirouette gedreht wird, werden ebenfalls mit zwei Punkte gewertet.
Doch wollen die Kempener Handballfrauen auch viel Nutzern aus diesem Turnier ziehen. Jennifer Lang, ein Neuzugang aus Kamp-Lintfort, wird mitfahren und sich im neuen Team einfinden, und auch alle anderen Spielerinnen wollen an diesen drei Tagen den Mannschaftsgeist durch Spaß und Leistung stärken.
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