Football: Ein amerikanischer Traum
VON KATRIN WANDEL UND BRITTA OVERKAMP - zuletzt aktualisiert: 25.10.2008In amerikanischen Spielfilmen ist es immer der erfolgreiche American Footballspieler, der die hübscheste Cheerleaderin abbekommt. Eine Cheerleaderin, deren Herz für ihn schlägt, kann der Tönisberger Maximilian Kleebaum (noch) nicht vorweisen.
Aber ansonsten verläuft die sportliche Karriere des Cornerbacks von der Duisburger Mannschaft Niederrhein Thunderbirds tatsächlich wie in einem solchen Film. Der 18-Jährige läuft morgen in Berlin im Länderspiel gegen Polen für die deutsche Jugend-Nationalmannschaft auf. Stellt sich der Außenverteidiger gut an, könnte er auch 2009 bei der Weltmeisterschaft in Ohio in den Vereinigten Staaten zur deutschen Auswahl gehören.
Dabei wäre aus Maximilian Kleebaum beinah ein Schwimmer geworden. Drei Jahre lang kraulte er durchs Becken, bevor er mit zwölf Jahren die Badehose gegen Helm, Trikot und Football tauschte. Nun, sechs Jahre später, hofft er auf einen Stammplatz in der Jugend-Nationalmannschaft. Wie Maximilian seine Chancen einschätzt? „Schwierig zu sagen. Alle Spieler sind schließlich nicht schlecht.“
Um sein Ziel zu erreichen, trainiert der mit 1,94 Metern großgewachsene Blondschopf hart. Nach dem täglichen Besuch des kaufmännischen Berufskollegs in Duisburg geht es zum Mittagessen ins Restaurant der Großmutter und danach geradewegs zum Fitnessstudio. Dort trainiert er zwei Stunden lang Arme, Oberkörper, Rumpf und Beine. Zweimal in der Woche stehen Spielzüge oder Technik- und Konditionsübungen mit den Niederrhein Thunderbirds auf dem Plan. Maximilian Kleebaum erklärt: „Wichtig ist für meine Position besonders die Schnelligkeit.“ Denn schließlich steht er auf dem Spielfeld dem gegnerischen Wide Receiver gegenüber – diese Position haben meist sehr flinke Spieler inne. Seine Aufgabe ist es, dass Passspiel zu unterbinden. „Und auch wenn mein Sohn es nicht gerne zugibt: im Bälle abfangen ist er wirklich gut“, erzählt Vater Reinhold Kleebaum.
Mit diesem Talent hat der Tönisberger den Position-Trainer der Jugend-Nationalmannschaft, Yves Thissen, auf sich aufmerksam gemacht. Er kam nach einem Jugend-Länderturnier vor knapp drei Wochen auf den 18-Jährigen zu und lobte: „Du hast großes Potenzial.“ In die Hand drückte er ihm einen Brief mit der Einladung zum Training mit der Nationalmannschaft. „Das hat mich natürlich riesig gefreut“, sagt Maximilian Kleebaum und lächelt verlegen. Vor seinem ersten Einsatz im deutschen Aufgebot ist der Cornerback ziemlich aufgeregt. „Die Ansprüche sind sehr hoch. Da kommen schon manchmal Zweifel, ob ich das schaffen werde. Aber wenn ich eingeladen wurde, dann wird das schon seine Gründe haben“, hofft er. Und vielleicht klappt es dann ja auch mit der hübschen Cheerleaderin.
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