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Handball: Ein Aufstieg käme der VTK teuer zu stehen

VON UWE WORRINGER - zuletzt aktualisiert: 15.02.2010

Die Handballdamen der VT Kempen kämpfen in der Regionalliga um einen Qualifikationsplatz zur Dritten Bundesliga, die ab der neuen Saison geschaffen wird. Am Ende möglicherweise umsonst. Denn die Zeichen verdichten sich, dass die VT selbst bei erfolgreicher Qualifikation aus mindestens zweierlei Gründen nicht dabei sein wird: Zum Einen wäre es finanziell nicht zu stemmen, zum Anderen steht die Mannschaft vor einem Umbruch.

Rund 150 000 Euro schätzt VT-Vorsitzender Detlev Schürmann die Kosten, die auf den Verein pro Saison zukämen. Darin enthalten wären auch die Reinigungskosten der Halle. Denn in der Dritten Liga ist Harz erlaubt, dessen Gebrauch in Kempener Hallen nicht gestattet ist. Eine Anfrage der VT bei der Stadt ergab, dass pro Reinigung 600 Euro zu Buche schlagen. Und das mehrmals im Monat. Rein sportlich wäre für Schürmann eine "Nicht-Qualifikation" nicht tragisch: "Für mich wäre das kein normaler Abstieg. Es handelt sich hier um eine Liga-Strukturreform, und wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Wir haben es dann mit drei Profiligen und dem Amateurbereich zu tun. Unser Ziel ist, im obersten Amateurbereich vertreten zu sein."

Dass die Mannschaft derartigen Aussichten nicht positiv gegenüber steht, kann man verstehen. Allerdings spielen auch vielschichtige interne Gründe eine Rolle, die im Laufe der vergangenen Jahre für Reibungspunkte zwischen Mannschaft und Funktionärsebene sorgte. Die Handballerinnen fühlten sich schlecht behandelt, der Vorstand sah sich immer im Bereich des für den Verein Möglichen handelnd. Britta Köttelwesch beklagte zuletzt die Kommunikation: "Ich habe von diesem möglichen Vorhaben eher zufällig erfahren."

"Was machbar ist, haben wir auch in der Vergangenheit getan. Aber wir können wegen einer Mannschaft nicht die Existenz des Vereins gefährden", betont Schürmann. Eines ist aber auch der Mannschaft klar: Sie steht vor einem Umbruch. Nicht zuletzt aus der aktuellen Situation heraus. Denn für einige Spielerinnen stellt sich nun die Frage, wo sie demnächst spielen, weil sie aus berufs- oder studiengründen weiter weg wohnen, ob sie aus Altersgründen überhaupt noch spielen oder woanders in der Dritten Liga aktiv werden. Klar scheint, dass auch der zuletzt wichtige "harte Kern" bröckelt. "Diese Zeit geht zu Ende", ist sich Katrin Stark sicher, die sich auch am Ende ihrer Laufbahn sieht, "jetzt wollen wir das Beste daraus machen". Feste Zusagen für die neue Saison gebe es noch nicht. Personal von außen dürfte es auch nicht geben – jedenfalls nicht gegen Entgelt. Schürmann: "Es gibt einen Beschluss des Gesamtvorstandes, dass generell kein Spieler oder Sportler Geld erhält."

Sicher auch für Trainer Björn Willunat keine einfache Lage: "Es ist natürlich wichtig zu wissen, wie es weiter geht. Aber ich habe eine motivierte Truppe. Unser Ziel bleibt trotz allem die Qualifikation."

Quelle: RP

 
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