Tennis: Ein Paukenschlag
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 07.07.2007Bundesligist HTC Blau-Weiß Krefeld sorgte gleich zum Auftakt der Meisterschaft mit einem 4:2-Erfolg über den Mitfavoriten Aachen für die erste große Überraschung der Saison. Neuzugang Franco Ferreiro überzeugte.
Die dunklen Wolken über dem Krefelder Stadtwald passten gestern überhaupt nicht zum Geschehen auf der Anlage an der Hüttenallee. Denn es gab im Lager der Blau-Weißen nur strahlende Gesichter. Und das zurecht. Denn die Mannschaft feierte mit einem 4:2-Überraschungserfolg gegen den Titelanwärter aus der Kaiserstadt einen so glänzenden Saisonauftakt wie selten zuvor in der langen Bundesliga-Geschichte des Vereins. Schon nach den Einzeln hatten die Gastgeber mit 3:1 geführt. Das niederländische Doppel van Scheppingen/Hemmes sorgte dann für den totalen Triumph. „Das war die richtige Antwort auf die Prognosen“, sagte Blau-Weiß Teamchef Olaf Merkel hinterher. Nicht nur in Aachen wurde Krefeld vor dem ersten Spieltag als Abstiegskandidat gehandelt.
Spannung ohne Ende
Angesichts des unbeständigen Wetters trauten sich leider nur knapp 300 Tennisfans zu dieser interessanten Auseinandersetzung. Aber die gekommen waren, wurden doppelt belohnt. Gleich im ersten Match des Tages bekamen sie tolles Tennis geboten. Und es ging spannend zu. Dabei traf Krefelds Neuzugang Franco Ferreiro (ATP 237) an Position zwei auf den italienischen Davis-Cup-Spieler Davide Sanguinetti (ATP 108). Nach unglücklich verlorenem ersten Satz reichte dem Spanier im zweiten Durchgang ein Break zum Sieg. Den Champions-Tiebreak gewann er sicher mit 10:3.
Während an Position vier der Niederländer Fred Hemmes dem routinierten Tschechen Jiri Novak unterlag, setzte sich die Spannung an Position drei fort. Dabei lieferten sich Maximo Gonzales und Simon Greul ein Match auf des Messers Schneide. Doch der kleine Argentinier im Dress der Blau-Weißen hatte im Tiebreak des ersten Satzes die besseren Nerven. In Durchgang zwei gelang ihm dann früh das vorentscheidende Break.
Im Spitzeneinzel sich Dennis van Scheppingen 24 Stunden nach seinem Geburtstag (32) nachträglich noch selbst ein schönes Geschenk. Als er im Champions-Tiebreak schon mit 5:8 fast hoffnungslos hinten lag, schlug er mit fünf Punkten in Folge gnadenlos zurück (10:8). Damit hatte der Niederländer den Blau-Weißen schon nach den vier Einzeln das ersehnte Unentschieden beschert. Die Gesichter der Aachener Verantwortlichen und der angereisten Fans wurden immer länger. Und es kam für sie noch schlimmer. Denn aus der erhofften Wende wurde nichts, weil van Scheppingen auch im Doppel an der Seite seines Landsmannes Hemmes groß aufspielte. Die Sensation war perfekt.
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