Tennis: Merkels genialer Streich
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 30.07.2007Tennis-Bundesligist Blau-Weiß Krefeld musste sein Heimspiel gegen Düsseldorf wegen des Dauerregens in der Halle austragen. Doch auf dem harten Parkett gelang ein 4:2-Sieg über den bis dahin ungeschlagenen Gegner.
Tennis Der Dauerregen am Sonntagmorgen verwandelte die Sandplätze an der Hüttenallee in eine Seenplatte. An die Austragung des Nachbarschaftsderbys zwischen Blau-Weiß Krefeld und Rochusclub Düsseldorf war im Stadtwald nicht zu denken. Doch der Traum des Gastgebers von einem Sieg über den alten Rivalen versank nicht in den Fluten ihrer herrlichen Anlage, im Gegenteil. Durch den Umzug aufs harte Parkett der Tennishalle in Traar stiegen die Chancen der Blau-Weißen ein wenig, was sich am Ende in dem 4:2-Erfolg widerspiegelte. Verantwortlich für die Sensation war das niederländische Duo Dennis van Scheppingen und Fred Hemmes, die jeweils ihr Einzel und im Doppel punkteten.
Schiedsrichterin ausgetauscht
Natürlich hatten sich die Blau-Weißen auf das Match und viele Zuschauer auf ihrer Anlage gefreut. Lediglich die ganz eingefleischten Fans der Krefelder folgte ihrem Team in die Halle. Und sie wurden reichlich belohnt. An Position zwei machte van Scheppingen dem Spanier Portas mit druckvollem Spiel sowie mit variablen Aufschlägen das Leben schwer. In beiden Sätzen gelang dem Blau-Weißen das entscheidende Break. Spannender machte es sein Landsmann Hemmes. Im Tiebreak des ersten Durchgangs regte sich der Niederländer zurecht über die Fehlentscheidungen der Schiedsrichterin auf und verlor Satz eins. Die junge Dame wurde gegen eine Kollegin ausgetauscht. Hemmes glich aus. Der Champions-Tiebreak war dann ein echter Krimi. Hemmes führte erst mit 4:0, lag dann mit 4:7 hinten. Am Ende wehrte er einen Matchball ab und verwandelte selbst seinen ersten. Während im Spitzeneinzel der Italiener Paolo Lorenzi in einem spannenden Match gegen Juan P. Guzman die Nerven behielt und den dritten Punkt für Blau-Weiß holte, tat sich Franco Ferreiro auf dem Hartplatz schwer und blieb gegen den Belgier Christophe Rochus am Ende des zweiten Satzes auch ohne Glück.
Dass die Gastgeber nach den Einzeln schon einen Punkt sicher hatten, war schon überraschend. Doch es kam noch besser. Und das, weil Teamchef Olaf Merkel mal wieder in die Trickkiste griff. Er zauberte Sven André als Doppelspieler aus dem Hut. Dadurch konnte Lorenzi im zweiten Doppel eingesetzt werden, wo mit Vik/Rochus ein so starkes Duo erwartet werden konnte, gegen das wohl auch van Scheppingen/Hemmes auf verlorenem Posten gestanden hätten. So aber konnten die Niederländer das erste Doppel bestreiten. Die machten es am Ende zwar nochmal spannend, doch schließlich entpuppte sich Merkels Aufstellung als genialer Streich. Die erste Niederlage der Düsseldorfer war perfekt. Ihr Teamchef Irmler wäre vor Wut fast im harten Hallenboden versunken.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum