Fußball: Stelkens Herr der Statuten
VON MICHAEL BUSCH - zuletzt aktualisiert: 16.07.2008Fussball Weiße, frisch gewaschene Schnürsenkel waren stets das Markenzeichen des Fußball-Schiedsrichters Friedrich-Wilhelm „Willi“ Stelkens. Der gebürtige Kempener, der seit seiner Heirat vor 38 Jahren in Krefeld lebt, pfiff Spiele bis zur Verbandsliga, der heutigen Niederrhein-Liga. In Partien der früheren Oberliga West und der Zweiten Bundesliga Nord stand er als Assistent an der Linie. „In höheren Klassen des Deutschen Fußballbundes kam ich allerdings nicht zum Einsatz“, erzählt Stelkens. Den Grund hierfür trägt der 66-Jährige auf der Nasenspitze: eine Brille. „Denn Schiedsrichter mit Sehhilfen sind ab der NRW-Liga bis zur Ersten Bundesliga nicht erlaubt“, klärt der pensionierte Bankangestellte auf. 36 Jahre lang pfiff Stelkens Tore, verteilte gelbe und rote Karten oder hob die Abseits-Fahne.
Seit 40 Jahren ist der sportbegeisterte Krefelder außerdem in der Fußball-Rechtssprechung tätig. Derzeit ist er im Fußballverband Niederrhein Vorsitzender der Verbandsjugendspruchkammer und der Bezirksspruchkammer II am linken Niederrhein. Im Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband übernimmt Stelkens den Vorsitz der Jugendspruchkammer und der Verbandsspruchkammer. „In meinem Keller stapeln sich die Ordner mit Urteilen“, verrät Stelkens. Denn die Sprüche der Kammern muss er mindestens fünf Jahre aufbewahren.
Stelkens ist auch der einzige Funktionär aus dem Fußballkreis Kempen-Krefeld, der beim DFB in Frankfurt einen festen Sitz hat. Seit acht Monaten ist der 66-Jährige Mitglied im Sportgericht des DFB.
Wurzeln bei Rhenania Kempen
Als aktiver Fußballer spielte Stelkens beim FC Rhenania Kempen. Der Sportler kickte dort in der Bezirksliga. Im Alter von gerade einmal 14 Jahren begann er bei Rhenania Kempen auch seine Karriere als Funktionär. Er übernahm den Posten als Jugendgeschäftsführer. Der Verein schloss sich später mit DJK Rheinwacht Kempen zum SV Thomasstadt zusammen. Lange Jahre war Stelkens Vorsitzender des Vereins und des Kempener Stadtsportbundes.
Auch als Trainer arbeitete Stelkens 16 Jahre lang. „Von den Bambinis bis zur A-Jugend habe ich beim FC Rhenania einige Mannschaften trainiert“, erzählt Stelkens.
„Besonders dankbar bin meiner Frau Edda, die stets Verständnis für mein zeitintensives Hobby hat“, sagt Stelkens.
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