Borussia Mönchengladbach: 30 Jahre und zweimal Wolfsburg
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 03.02.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Uwe Kamps ist seit 1982 bei Borussia. Kein Profi machte so viele Liga-Pflichtspiele für Gladbach wie er. Mit dem VfL Wolfsburg, der morgen Borussias Gegner ist, verbindet den 47-Jährigen zwei schöne Erinnerungen: Den Pokalsieg von 1995 und die Last-Minute-Rettung von 1998.
30 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Uwe Kamps ist 2012 seit drei Jahrzehnten Borusse. Zwischen 1982 und 2004 hat er 390 Bundesliga- und 67 Zweitligaspiele für Gladbach gemacht, somit ist er der Profi mit den meisten Liga-Einsätzen für den Klub – Berti Vogts spielte 419-mal in der Bundesliga für Gladbach. Wer mit Kamps über die Vergangenheit spricht, erfährt viel über den Verein, der sein Zuhause geworden ist. Nach dem Leben als Fußballer ist Kamps dageblieben und Torwarttrainer geworden. Als solcher bereitet er heute im Abschlusstraining Marc-André ter Stegen auf das Spiel morgen in Wolfsburg vor.
5000 Borussen
Personal Borussias Trainer Lucien Favre stehen für das Spiel in Wolfsburg (Morgen, 15.30 Uhr, live bei Sky) alle Spieler zur Verfügung. Die Volkswagen-Arena (30 000 Plätze) ist ausverkauft, es werden rund 5000 Gladbachfans da sei.
Abgesagt Das heutige Spiel der Gladbacher U23 bei der TuS Koblenz wurde abgesagt.
Eine Karriere wie die von Uwe Kamps (47) hat zu eigentlich jedem Gegner eine hübsche Geschichte zu bieten. Zu Wolfsburg sind es sogar zwei ganz besondere. Einmal ist da die Last-Minute-Rettung von 1998. Im letzten Spiel der Saison siegte Gladbach 2:0 in der Autostadt und verhinderte damit gerade noch den Abstieg – auch, weil Kamps die Null festhielt. Die andere Geschichte ist die vom größten Erfolg in der Laufbahn des Torwarts: der Pokalsieg von 1995. Gegner im Berliner Finale waren die "Wölfe". Der Zweitligist wurde 3:0 abgefertigt. "Es war ein tolles Erlebnis", erinnert sich Kamps. Auch eines, dass die Schmach von 1992, als er und die anderen Borussen den zweitklassigen Hannoveranern im Pokal-Endspiel im Elfmeterschießen unterlagen, tilgte. "Das war eine meiner größten Niederlagen", gesteht Kamps. Seltsamerweise passierte diese nur ein Pokalspiel nach dem, das Kamps berühmt gemacht hatte. Im Halbfinale gegen Leverkusen hatte er im Elfmeterschießen vier Schüsse des Gegners hintereinander abgewehrt. "Das gibt es wohl nicht so oft", sagt Kamps.
Das Bad in der Menge hat der Torwart ausgiebig genossen, überhaupt war er meist ein Liebling der Nordkurve. Dass Kamps' Arbeitskleidung oft schrill-bunt und seine Frisuren in den Achtzigern äußerst zeitgenössisch waren, gehörte dazu. In dem Buch "Die Elf vom Niederrhein" findet sich eine Bilderstrecke "23-mal Uwe Kamps", auch die Suchmaschine Google spuckt viele Fotos aus, die Kamps als experimentierfreudig ausweisen.
Ein Angebot von Real Madrid hat er mal abgelehnt, weil er dort nur zweiter Mann gewesen wäre. In Gladbach war er in 14 Spielzeiten der Torwart mit den meisten Einsätzen, als die Nummer eins. Daran konnte eine stattliche Anzahl von Konkurrenten nichts ändern. Heute schult Kamps seine Nachfolger. Sein Musterschüler ist ter Stegen. "Es ist klasse, wie er das macht", sagt Kamps. Als er den Job als Trainer der Ballfänger übernahm, war es ihm ein Anliegen, einen Torwart aus dem eigenen Nachwuchs in die Bundesliga zu bringen. Nun hat er mit ter Stegen und Borussias Nummer drei, Janis Blaswich, zwei Eigengewächse in seiner Obhut. Ter Stegen will morgen dafür sorgen, dass Uwe Kamps ein weiteres nettes Wolfsburg-Erlebnis hat.
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