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Borussia Michael Frontzeck Panorama dapd2010
  Foto: dapd, dapd
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Borussia: Abstiegskampf mit Frontzeck – und mit Nordtveit

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 18.12.2010 - 10:15

Michael Frontzeck wirkte überhaupt nicht wie ein Trainer, dessen Mannschaft gerade das elfte von 17 Saisonspielen verloren und mit nur zehn Punkten als abgeschlagener Letzter die Hinrunde beendet hat, sondern locker und gelöst, so, als sei eine Last von ihm abgefallen.

Vielleicht ist es die Tatsache, dass er endlich vorbei ist, dieser vermasselte erste Teil der Saison, in der seine Borussia eigentlich nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben wollte, nun aber bis zum Hals im Schlamassel steckt.

All die verletzten Spieler, all die Tore, die Gladbach kassiert hat, 47 insgesamt, all die Niederlagen trotz zuweilen durchaus mehr versprechender Leistungen – es war ein halbes Jahr mit Pleiten, Pannen und Pech. „Natürlich kann man die Tabelle nicht wegdiskutieren, natürlich haben wir eine schlechte Hinrunde gespielt, aber sie werden nicht erleben, dass ich hier mit hängendem Kopf rausschleiche“, sagte der Trainer dennoch nach dem 1:2 gegen den Hamburger SV.

Der Vergleich mit den Hanseaten sei „ein Spiegelbild“ der Hinrunde gewesen: „Wir haben das Spiel gut vorbereitet, aber wieder zu leichte Tore bekommen“, sagte Frontzeck. Tatsächlich hätten die Borussen in der ersten Halbzeit durchaus eine komfortable Führung herausschießen können, doch schwache Abschlüsse und ein starker HSV-Torwart Frank Rost verhinderten dies.

Wer keine Ergebnisse macht, der schaut zuweilen auch auf den Inhalt, sich ein Bild zu machen. Vizepräsident Rainer Bonhof und Sportdirektor Max Eberl haben nicht das Gefühl, das Borussias Absturz ein Trainerproblem ist und Frontzeck daher das Vertrauen ausgesprochen. Sie vertrauen ihm die Mission Klassenverbleib an. „Wir haben alle unseren Teil dazu beigetragen, dass es so gelaufen ist, der Sportdirektor, der Trainer, die Mannschaft. Da können wir jetzt nicht einen rausnehmen und dafür bestrafen“, sagte Eberl, der die einen „guten Eindruck“ von der Mannschaft hatte trotz der Niederlage gegen die ebenfalls krisengeschädigten Hamburger.

Eberl wertete das Spiel als „Argument für Michael Frontzeck“. So sahen es auch die Spieler. „Wir haben heute gut umgesetzt, was der Trainer gesagt hat, dass wir dann solche Gegentore bekommen, dafür kann der Trainer nichts“, sagte Roman Neustädter, den Frontzeck als zusätzliche Absicherung im defensiven Mittelfeld eingebaut hatte. „Er hat uns gut auf das Spiel eingestellt“, fand auch Thorben Marx.

Der gebürtige Berliner kennt den Abstiegskampf aus seiner gemeinsamen Zeit mit Frontzeck in Bielefeld. „So schwierig war die Situation aber noch nie“, gestand Marx, der aber glaubt, dass „wir die Qualität haben, es noch zu schaffen.“ Die kurze Pause, die die Borussen nach dem Pokalspiel am Dienstag bei 1899 Hoffenheim haben, käme durchaus gelegen, sagte Marx. „So können wir die Köpfe frei kriegen und uns dann für die Rückrunde neu aufstellen“, sagte der Mittelfeldspieler.

Derzeit verletzte Spieler wie Dante oder Roel Brouwers sollen dann wieder bereit sein, zudem gibt es neues Personal. Wie den 20 Jahre alten Norweger Harvard Nordtveit, mit dem sich die Borussen über einen Wechsel nach Gladbach wohl einig sind. Der flexibel einsetzbare Defensivmann kommt von Arsenal London, das ihn in der vergangenen Saison noch an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen hatte. Somit kennt Nordtveid die Niederungen der Bundesliga, denn auch mit dem „Club“ steckte er im Abstiegskampf. „Es muss eine Mischung aus Erfahrung und Qualität sein“, sagte Frontzeck über die künftigen Neulinge, die bis zum Trainingslager in Cala de Mijas an der spanischen Costa del Sol da sein sollen, damit sich das runderneuerte Team einspielen kann für die Rückrunde.

Dass sein Team die letzten drei Heimspiele gegen Mainz (2:3), Hannover (1:2) und nun Hamburg verloren habe, sei „ein Witz“ angesichts der gezeigten Leistungen, sagte Frontzeck. Der Mann glaubt an sein Team und an den Weg, den er und Borussia eingeschlagen haben. Das Ziel ist Kontinuität: sportlich und personell. Letztere leben die Borussen, indem sie trotz der Mangelbilanz auf Frontzeck setzen. Sportlich indes ist die Saison längst ein Rückschritt nach der vergangenen, sorgenfreien Spielzeit. Es geht nun einzig darum, die den GAU namens Abstieg zu vermeiden. „Es wird ganz wichtig sein, wie wir in die Rückrunde starten“, sagte Kapitän Filip Daems.


 
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