Borussia Mönchengladbach: Altes Problem, neue Erfahrung
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 08.11.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Marco Reus kann voraussichtlich mal wieder nicht zum Nationalteam reisen. Er hat eine Grippe. Ob der Borusse doch zum DFB fährt, entscheidet sich endgültig am Dienstag. Matthias Zimmermann hatte eine unvergessliche Berlin-Reise.
Wenige Minuten können zuweilen sehr viel sein. Für Marco Reus war die recht übersichtliche Anzahl an Zeigerumdrehungen, die er bislang im deutschen Nationalteam mitwirkte, ein karrieretechnischer Quantensprung.
Dass er Joachim Löw, dem Bundestrainer, nun voraussichtlich wieder mal einen Korb geben muss, weil ihn eine Grippe plagt, kommt etwas ironisch daher. Schon viermal hatte Reus dem DFB-Cheftrainer absagen müssen, bevor er im Oktober in der Türkei sein Debüt im A-Team feierte. Ob Reus dieses Mal zum DFB-Team reist, entscheidet sich endgültig heute. Reus muss abwarten.
Fast zwölf Spiele gewartet
Termine für die Tickets
Am Mittwoch endet der Verkauf der Rückrunden-Dauerkarten. Der Verkauf der Tageskarten für die Heimspiele der Rückrunde beginnt für Vereins- und Fanprojektmitglieder am Samstag, für Inhaber der Borussia-Karte am Donnerstag, 17. November. Der freie Verkauf beginnt am 19. November.
Warten musste auch Matthias Zimmermann auf seinen Erstling bei Borussia. Fast zwölf Bundesligaspiele vergingen, ohne dass der 19-Jährige mitmachen durfte. Nun in Berlin, beim 2:1, das Reus durch seinen zweiten Doppelpack in Folge möglich machte, wartete Zimmermann wieder.
Zunächst auf der Ersatzbank, dann beim Aufwärmen hinter dem Tor und schließlich an der Seitenlinie, an der er letzte Dehnübungen machte, bevor er in der 83. Minute auf den Rasen durfte. Sieben offizielle Bundesliga-Minuten stehen nun in seiner Biografie, gefühlt sind es, dank der Nachspielzeit, elf.
Als er herangewunken wurde, "konnte ich es gar nicht glauben". So recht kennt er diese Situation auch nicht, zumindest nicht aus der vergangenen Saison, als er Stammspieler in Karlsruhe war. Weswegen er im Sommer als einer der aussichtsreichsten Zugänge galt. Nun aber kam er als Letzter der Neuen zum Einsatz. "Ich wusste, dass es nicht einfach wird, sich durchzusetzen. Der Einsatz in Berlin zeigt mir aber, dass ich auf dem richtigen Weg bin", sagte Zimmermann.
Dieser Weg führte ihn zunächst zurück in die Regionalliga, wo er siebenmal für Borussias U23 spielte. Und zwar gut, so lautete das Urteil von Trainer Sven Demandt. So empfahl sich Zimmermann für den ersten Einsatz "oben", den Lucien Favre dem Defensivmann nun gönnte. Ausgerechnet ihn Berlin, wo er im Jahr zuvor mit dem KSC ein 0:4-Debakel erlebt hatte.
Nun bejubelte er mit den Gladbacher Kollegen das 2:1. "Die Rückfahrt hat viel Spaß gemacht. Wir haben zusammengesessen und etwas getrunken", fasste Zimmermann die Zugreise quer durch die Republik zusammen. Mit dem "gemütlichen Beisammensein" ging der für ihn so wichtige Tag zu Ende. "Sein erstes Bundesligaspiel vergisst man nie", sagte Zimmermann. Auch wenn es nur wenige Minuten waren.
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