Borussia Mönchengladbach: "Amateur" Bobadilla
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 07.12.2010Borussia hat den argentinischen Stürmer nach seiner Roten Karte nebst Ausraster im Spiel gegen Hannover 96 degradiert. Der 23-Jährige muss für den Rest des Jahres im Regionalliga-Team üben. Und 50 000 Euro zahlen.
Fussball Heute, 16 Uhr, wird Raúl Bobadilla eine neue Erfahrung machen in seinem Fußballerleben. Er wird zum ersten Mal als Verbannter bei Borussias Regionalliga-Mannschaft üben – bis Weihnachten ohne Aussicht auf Begnadigung. Das hat die sportliche Führung gestern entschieden und eine Geldstrafe von 50 000 Euro draufgepackt. Dass es eine Fünf-Spiele-Sperre vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes gab, dürfte für den Stürmer hingegen eine gute Nachricht gewesen sein. Denn sein Nachtreten gegen Sergio Pinto beim 1:2 gegen Hannover und der folgende Ausraster hätten auch härter bestraft werden können.
Rückrunden-Tickets
Heute beginnt Borussia mit dem Verkauf von Tageskarten für die Heimspiele der Rückrunde. Zunächst haben Mitglieder die Möglichkeit, bis zu fünf Karten pro Spiel zu erwerben. Ab Montag, 13. Dezember, haben dann die Inhaber der Borussia-Karte die Möglichkeit, ebenfalls bis zu fünf Karten pro Spiel zu kaufen, bevor am Donnerstag, 16. Dezember, der freie Verkauf beginnt.
Drei Spiele Sperre setzte Richter Hans E. Lorenz für das Nachtreten an, was als Tätlichkeit gewertet wurde. Drei Spiele Sperre sind auch das Strafmaß für die Beleidigung des vierten Offiziellen, den Bobadilla als "Puta" (spanisch für Hure) bezeichnete.
"Der Kontrollausschuss des DFB bittet das DFB-Sportgericht, aus beiden Einzelstrafen eine Gesamtsperre von fünf Meisterschaftsspielen der Lizenzligen zu bilden. Bei seinem Strafantrag hat der Kontrollausschuss des DFB das Verhalten von Spieler Bobadilla nach Erhalt der Roten Karte auf dem Spielfeld nicht als straferschwerend berücksichtigt", heißt es in der Urteilsbegründung.
Rational nicht erklärbar
Mit seiner "rational nicht erklärbaren Aktion" (Trainer Michael Frontzeck) hat Bobadilla sein Team nicht nur bei der Niederlage gegen Hannover geschwächt. Denn für die nächsten fünf Spiele in der Liga und auch beim Pokalspiel am 21. Dezember bei 1899 Hoffenheim, bei dem "Boba auch nicht dabei sein wird" (Frontzeck), hat der Trainer nun eine Offensiv-Alternative weniger. Da am Sonntag in Freiburg auch Marco Reus fehlt, weil er die fünfte Gelbe Karte sah, muss Frontzeck seine Abteilung Attacke, die bislang noch recht gut funktionierte, mächtig umbauen.
Mo Idrissou dürfte bei der Rückkehr zu seinem Ex-Verein die Sturmspitze sein, den Job von Reus könnten Karim Matmour, der in der Schlussphase gegen Hannover spielte, oder Patrick Herrmann übernehmen. Defensiv ist Roel Brouwers eine Alternative, der gestern wieder ins Mannschaftstraining einstieg. Ist Brouwers fit, wird entweder Bamba Anderson oder Jan-Ingwer Callsen-Bracker weichen müssen. Auch Marcel Meeuwis und Bernhard Janeczek üben seit wieder mit den Kollegen.
Das wird Raúl Bobadilla für die nächsten Wochen verwehrt. Er trifft bei der U23 den ausgemusterten Paul Stalteri wieder, der sich ebenfalls im Team von Trainer Sven Demandt fit hält. Wenn die U23 morgen um 19 Uhr das ausgefallene Spiel gegen Preußen Münster nachholt, dürfen die Bobadilla und Stalteri allerdings nicht mitwirken. Sven Demandt geht davon aus, dass sich Bobadilla vernünftig ins Training einbringt. "Er sollte aus dem, was passiert ist, lernen", sagt der Coach, der früher selbst ein Stürmer war. Für seine Spieler sei es "interessant, mit einem gestandenen Profi zu trainieren". Es bleibt aber abzuwarten, inwieweit Bobadilla zum Vorbild taugt.
Training Heute, 10 Uhr
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