Borussia: An den Erfolg glauben
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 30.09.2009Paul Stalteri war beim 0:3 in Freiburg eine der personellen Umbaumaßnahmen von Trainer Michael Frontzeck. Der Kanadier verteidigte hinten rechts. Samstag gegen Dortmund, so hofft er, soll es besser laufen als im Breisgau.
Fussball Mit dem SC Freiburg hat Paul Stalteri unterschiedliche Erfahrungen gemacht, als er noch für Werder Bremen spielte. 2001 gab es im ersten Saisonspiel ein 0:3 im Breisgau, drei Jahre später leitete der Kanadier mit der Vorlage zum 1:0 den 6:0-Sieg Werders beim Sport-Club ein. Seit Sonntag trägt er eine weitere Erfahrung mit sich herum, die indes keine schöne ist. Mit einer 0:3-Niederlage endete Borussias Versuch, den Negativ-Trend nach drei Niederlagen zu stoppen.
Dass Stalteri zum ersten Startelf-Einsatz kam an diesen Qual-Sonntag für die Borussen, freute ihn durchaus. Doch schmälerte das Geschehen der 90 Minuten sein Empfinden gehörig. "Es geht aber nicht um einen Einzelnen, es geht um die Mannschaft", sagt er. Weil er mit Kanada beim Goldcup spielte (Aus im Viertelfinale), verpasste er die Vorbereitung in Gladbach und fand keinen Platz im Team. Nur beim 0:3 in Bremen durfte er vor der Freiburg-Reise 20 Minuten mitspielen.
Borussias Krankenstand
Filip Daems hat noch leichte Beschwerden im Knie, wenn der Restschmerz weg ist, soll er wieder mit der Mannschaft trainieren.
Jan-Ingwer Callsen-Bracker hat noch immer Probleme mit der Sehnenentzündung unter dem Fuß.
Freddi Löhe trägt nach seinem Bänderriss im Ellenbogen noch eine Gipsschiene.
Selbstvertrauen zurückgewinnen
Stalteri verteidigte in Freiburg hinten rechts, weil Trainer Michael Frontzeck "frische Leute" bringen wollte. Da Jean-Sébastien Jaurès die linke Seite nicht im Griff hatte in den Spielen zuvor, schob Frontzeck Tobias Levels dorthin. Stalteri ersetzte den Kapitän rechts. Genützt hat der personelle Umbau nichts. Borussia investierte zu wenig, um Freiburg aufzuhalten. Stalteri will das Erlebte nicht vergessen, jedoch schnell abhaken. "Wir müssen positiv an das Spiel am Samstag gegen Dortmund denken, damit wir unser Selbstvertrauen zurückgewinnen", sagt er.
Dass die Dortmunder ebenfalls nicht gerade im Hoch sind, spiele keine Rolle. "Wir müssen an uns denken, alle Spieler müssen an den Erfolg glauben", fordert der Kapitän Kanadas. Ob er wieder von Beginn an helfen darf, Frontzecks Ansinnen ("Wir müssen eine Mischung aus Leidenschaft, Kampf und fußballerischen Mitteln finden") umzusetzen, "das muss der Trainer entscheiden". Frontzeck hat sich noch nicht festgelegt. Muss Rückkehrer Stalteri gleich wieder auf die Bank? "Paul kann in dieser Saison ein wichtiger Spieler für uns werden. Aber für Samstag ist noch einiges offen", sagt Frontzeck.
Die erhoffte Kompaktheit, die grundlegend ist für Frontzecks Spielidee, hat es in Freiburg nicht gegeben. Und somit kaum die Gelegenheit, sich aus der Umklammerung zu befreien. Das muss gegen Dortmund anders werden. "Es ist ein richtungsweisendes Spiel", sagt Frontzeck. Das weiß auch Stalteri. "Die Saison beginnt erst im Oktober und November richtig, dann setzt sich die Tabelle", sagt er. Borussia am Scheideweg: Verliert sie, könnte sie längere Zeit in den ungemütlichen Tabellenregionen feststecken, siegt sie, könnte sie zurückkehren ins Mittelfeld. Heute üben die Borussen um 10 und 16 Uhr, morgen und Freitag nicht öffentlich. Michael Frontzeck will in Ruhe tüfteln und das Team einschwören. "Wir können besser spielen und bessere Resultate machen", sagt Paul Stalteri. Was Samstag zu beweisen ist.
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