Borussia Mönchengladbach: Antworten im Angriff gesucht
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 27.06.2011Mönchengladbach (RP). Borussias Trainer Lucien Favre will das Offensivspiel verbessern. Es soll variabler werden. Er hat vier willige Stürmer. Aber auch einige Baustellen. So muss er ohne Joshua King planen.
Igor de Camargo will zeigen, was er leisten kann, wenn er nicht dauernd ausfällt. Raúl Bobadilla will sich rehabilitieren. Er will "den echten Boba" präsentieren, nachdem der Unberechenbare ein halbes Jahr bei Aris Saloniki in Griechenland verbrachte. Mike Hanke will mehr Tore machen als im ersten halben Jahr in Gladbach, in dem er nur einmal traf. Und Mo Idrissou will Borussias bester Angreifer werden. Vier Stürmer, die sich viel vorgenommen haben – das dürfte Trainer Lucien Favre gefallen. Der Schweizer will, dass die Offensive kreativer und produktiver wird, nachdem er in der vergangenen Rückrunde zuerst die Defensivarbeit geschult hat. In Favres Plan ist Balleroberung der Ursprung des Offensivspiels. "Aber was dann?", fragt er und will mit "intelligenter Arbeit" die Antworten finden.
Rasen gestutzt
Ganz genau Lucien Favre ließ den Rasen des Trainingsplatz von 29 auf 25 Millimeter kürzen – so lang sind die Halme auch im Borussia-Park.
Präsidium Präsident Rolf Königs sowie die Vizepräsidenten Rainer Bonhof und Siegfried Söllner kamen gestern in Bad Wörishofen an. Hans Meyer kommt morgen nach.
Dabei hatte er auf den vielseitigen Joshua King gehofft. Dieser muss aber an den Adduktoren operiert werden, fällt er länger aus, wird Borussia ihn nicht von Manchester United ausleihen. "Das ist ärgerlich", sagt Favre. Ärgern wird ihn auch, dass Karim Matmour das Trainingslager verpasst. Der Algerier war im Saisonfinale ein brauchbarer Einwechselspieler. Nun hat er eine Nasen-OP und trainiert erst ab Mittwoch allein in Gladbach.
Auch Juan Arango fehlt. Er spielt die Copa America mit Venezuela. Vor Mitte Juli wird er nicht da sein. Favre fehlen daher zunächst Optionen. "Wenn wir uns noch verstärken, dann in der Offensive", sagt Favre. Er will sein Team in verschiedenen Formationen schulen, muss nun aber ein wenig umplanen: Wartet er auf King? Gibt der Markt noch Alternativen her? Wie kann das kreative Loch, das Arango zu Anfang hinterlässt, gestopft werden?
Das Aufbauspiel im ersten Teil seiner Zeit als Borussentrainer fand Favre "zu einfach, da müssen wir mehr Risiko nehmen, etwas wagen". Nicht nur kontern will er, sondern ein schnelles, bewegliches und variantenreiches Offensivspiel. Szenen wie das Tor zum 1:1 in Bochum im Relegationsspiel oder "zwei, drei Supertore" beim 5:1 gegen Köln, "haben mir gefallen". Davon will Favre künftig mehr sehen. "Man muss immer mehrere Lösungen haben", sagt Favre.
Marco Reus, der heute nach Bad Wörishofen kommt, ist ein wesentlicher Baustein in Favres Offensivkonstrukt. Igor de Camargo und Mike Hanke haben ihre Passgeber-Qualitäten als "Neuneinhalb" (Hanke) gezeigt, Mo Idrissou könnte links anstelle Arangos spielen, und auch Dennis Dowidat, der dabei ist im Trainingslager.
Oder Oscar Wendt, der neue Schwede, der eigentlich linker Verteidiger ist, aber früher Außenstürmer war und auch im linken Mittelfeld spielte. "Ich habe ihn bisher nicht auf DVD als Linksverteidiger gesehen, Ich muss mir das ansehen", sagt Favre.
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