Borussia Mönchengladbach: Arango ist wichtig für Borussia
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 14.10.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Die Gladbach-Fans haben das 1:0-Siegtor des Venezolaners gegen Kaiserslautern zum schönsten des Monats September gewählt. Bei seinem Rückflug von der Länderspielreise gab es Probleme. Dennoch wird Juan Arango gegen Leverkusen am Samstag wohl spielen.
Es kann schon sein, dass Borussias Trainer Lucien Favre insgeheim auf die Lufthansa geflucht hat. Die Fluggesellschaft sollte Juan Arango am Mittwoch von Venezuelas Hauptstadt Caracas nach Frankfurt befördern.
Doch der Flug fiel aus. Weswegen Favre gestern bei der Pressekonferenz zum Samstagsspiel gegen Bayer Leverkusen etwas missmutig mitteilen musste, dass sein Mittelfeldspieler "vor einer Stunde noch in Venezuela war". Immerhin konnte Arango gestern noch in den Flieger steigen. Favre hofft, dass der Mann, der "sehr wichtig für uns ist" bis zum Abschlusstraining heute wieder da ist.
Den Ball direkt genommen
66 Prozent der Stimmen
Ergebnis 66 Prozent der Wähler, die auf Borussias Internetseite und bei der Telefonaktion der RP abstimmten, votierten für Arango. Elias Kachunga bekam 18 Prozent der Stimmen, Igor de Camargo 15.
Voll Bis gestern hatte Borussia 52 000 Tickets für das Spiel gegen Bayer verkauft.
Nicht dabei de Camargo, Leckie
Wichtig ist Arango zum einen wegen seines gefährlichen linken Fußes mit dem er in dieser Saison schon so manches feine Pässchen geschlagen hat – und mit dem er gegen den 1. FC Kaiserslautern das 1:0-Siegtor erzielte. Die präzise Flanke von Tony Jantschke nahm Arango damals direkt. Ein Treffer, der den Borussen-Fans offenbar ausgesprochen gut gefiel.
Denn sie wählten Arangos Einschuss bei der gemeinsamen Aktion von Borussia, deren Hauptsponsor Postbank und der Rheinischen Post zum Tor des Monats September. Es ist bislang der einzige Treffer des Venezolaners in dieser Saison. Leverkusen indes, der morgige Gegner, der hat Arangos Torinstinkt durchaus schon zu spüren bekommen in der Vergangenheit. Beim grandiosen 6:3-Erfolg in der vergangenen Saison zwirbelte der "Hurrikan der Karibik", wie ihn seine Landsleute nennen, einen Freistoß hinein ins Leverkusener Tor zum 4:1-Zwischenstand für die Gladbacher. Später bereitete Arango auch das 5:2 durch Mo Idrissou vor.
Doch all das ist Vergangenheit. Und mit dieser beschäftigt sich Lucien Favre bekanntlich nicht. Er schaut von Spiel zu Spiel nach vorn, wenngleich er weiß, dass die nächsten drei Partien durchaus Leistungstest für sein Team sind. Nach dem Vergleich mit Leverkusen geht es nach Hoffenheim, dann kommt Hannover. "Das sind drei namhafte Gegner", weiß Sportdirektor Max Eberl. Vor allem Leverkusen, der Vize-Meister der Vorsaison. "Bayer hat viel Potenzial", sagt Favre.
Darum wäre es wünschenswert, dass der erfahrene Arango dabei ist, wenn die Borussen versuchen, erstmals nach 1989 ein Heimspiel gegen Bayer zu gewinnen. Den letzten Erfolg im eigenen Haus gab es am 25. Februar 1989. Arango war damals acht Jahre alt und dürfte von dem Geschehen auf dem Bökelberg herzlich wenig wissen.
Trotz der langen Reise – zehn bis elf Stunden Flug, 8100 Kilometer Distanz – dürfte Arango guter Dinge sein, wenn er wieder in Mönchengladbach ist. Immerhin hat er Venezuela als Kapitän zu einem 1:0-Sieg gegen Argentinien geführt und eigenfüßig das Siegtor vorbereitet. "Es war eine historische Nacht", sagte Arango. Ein Satz, der die Größe des Erfolges erklärt, denn der schweigsame Fußball-Feingeist ist kein Mann ausufernder Euphorie.
Klar ist: Wenn Arango da ist, spielt er fast sicher, auch wenn Favre "abwarten will, wie er die Reise verkraftet hat". Denn umbauen muss der Trainer seine Offensivabteilung schon genug, da Igor de Camargo ausfällt: Raúl Bobadilla, der wieder im Training ist, oder Marco Reus könnten de Camargo ersetzen. Und dann möglicherweise Nutznießer sein von Arangos feinen Pässen.
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