Borussia Mönchengladbach: Arango mit viel "Jeföhl"
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 26.11.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Wie gegen Bremen traf der Venezolaner auch beim 3:0-Derby-Sieg in Köln aus der Entfernung. Sein Freistoßtreffer zum 2:0 brachte schon nach 30 Minuten die Vorentscheidung.
Die Statistik
Borussia: ter Stegen - Jantschke, Dante, Brouwers, Daems - Neustädter, Nordtveit - Herrmann (90. Marx), Arango - Reus (85. Bobadilla), Hanke (87. de Camargo)
Tore: 0:1 Hanke (20.), 0:2 Arango (3), 0:3 Hanke (47.)
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 50 000 (ausverkauft)
köln Am Anfang war der Rauch. Borussias Fans hatten gezündelt, und das während die Anhänger des 1. FC Köln das "Jeföhl" besangen, Kölner zu sein. Auch später, als es Tor um Tor zu feiern gab, musste der Stadionsprecher die Gästefans ermahnen, keine Pyrotechnik zu zünden. Dies waren jedoch die einzigen Störfaktoren aus Gladbacher Sicht an diesem Abend, der wie gemalt war für die Borussen. 3:0 siegten sie und waren total überlegen. "Que Sera, Sera, Borussia ist wieder da...", sangen die Gladbach-Fans und schunkelten selig.
Wie so oft in Köln klappte alles. Mike Hanke beendete nach mehr als 1000 Minuten seine Torflaute, als er den Ball zum 1:0 ins Tor trat (20.); später traf er auch zum 3:0 (47.). "Ich freue mich, dass ich zwei Tore gemacht habe. Aber ich habe vorher die Minuten nicht gezählt, es geht nur um den Erfolg der Mannschaft. Ich wusste, dass es irgendwann wieder klappt", sagte Hanke. "Schön, dass auch mal andere Tore schießen als Marco Reus", befand Dante. "Jetzt versucht er, mich zu kopieren", sagte Reus grinsend, der zuletzt zweimal zwei und einmal drei Tore pro Spiel erzielt hatte, gestern aber torlos blieb.
Juan Arango zelebrierte dafür zwischen den Hanke-Toren die hohe Kunst des Fernschusses (30.): Mit ganz viel "Jeföhl" streichelte er einen Freistoß aus 20 Metern ins Tor. "Ganz ehrlich", sagte Dante, "von Juan erwarte ich solche Tore. Er ist ein überragender Fußballer." Das dritte Saisontor des Feintechnikers brachte früh die Vorentscheidung. Kölns Fans, die sich so gern selbst feiern, stellten weitgehend das Singen ein. Die dritte brutale Derby-Pleite - da streikt man schon mal, wenn man Kölner ist.
Das Stilmittel des Distanzschusses hatten die aufstrebenden Borussen lange vernachlässigt. Arango indes zeigte nun zum zweiten Mal in Folge wie es geht: Schon sein 5:0 gegen Bremern flog aus der Ferne ins Netz - wie nun das 2:0 in Köln, das den viel zu passiven Gastgebern deutlich machte: "Die Nummer eins am Rhein sind wir", wie die Gladbach-Freunde sangen.
Die Borussen waren zu gut, um ein heißes Derby zuzulassen. Es war ein cooler Sieg, der den "Spitzenreiter, Spitzenreiter" (zumindest für eine Nacht) gar nicht kalt ließ. Diese Borussen haben das Zeug zu – da darf jetzt jeder ein wenig für sich träumen. "Deutscher Meister wird nur der VfL", tönte es aus dem Gladbach-Block. 29 Punkte nach 14 Spielen, vier Siege in Folge – eine unglaubliche Bilanz. Und nun kommt nach dem Triumph in Köln Meister Dortmund in den Borussia-Park. Marco Reus ließ all das aber wie gewöhnlich kalt: "Wir fahren nach Hause, haben dann zwei Tage frei, Dienstag gehe ich zum Training, und dann spielen wir gegen Dortmund", sagte er. Arango kommentierte sein Tor und den beeindruckenden Sieg auf seine Art. Er schwieg und reckte den Daumen in die Höhe: "Top!"
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