Borussia Mönchengladbach: Arango und das eisige Berlin
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012Mönchengladbach (RP). Als Borussia zwei Jahren bei minus 20 Grad bei Hertha BSC 0:0 spielte, verschoss der Venezolaner einen Elfmeter. Morgen will er mit Gladbach im Pokal in der Hauptstadt gewinnen. Sein Vertrag wird nächste Woche verlängert.
Kalt wird es morgen sein im Berliner Olympiastadion, wo die Borussen zum Pokal-Viertelfinale bei Hertha BSC antreten (19 Uhr). Bis minus neun Grad sind angesagt. Temperaturen, die Südamerikaner nicht wirklich mögen. Vielleicht waren die tiefen Temperaturen, die bei Borussias 0:0 in der Wolfsburger Arena herrschten, auch der Grund, warum Arango, der Feintechniker aus Venezuela, eine allzu unterkühlte Vorstellung ablieferte
"Ein wichtiger Spieler"
Es war eines der schwächeren Spiele, die der nachweislich begnadete Linksfuß in den vergangenen Monaten machte. Das ist indes nicht der Anlass dafür, dass es mit der angekündigten Verlängerung seines Vertrages noch ein paar Tage dauern wird. Nicht vor der Berlin-Reise und wohl auch nicht vor dem Topspiel gegen Schalke 04 am Samstag werden die Borussen Vollzug melden, sondern eher in der nächsten Woche.
Stranzl weiter krank
Fraglich Martin Stranzl plagte gestern nach wie vor ein schwerer grippaler Infekt, weshalb er weiter das Bett hüten muss. Tendenz: Er fehlt in Berlin. Offen ist auch der Einsatz von Roman Neustädter, er hat eine Steißbeinprellung.
Marc-André ter Stegen hat seine Grippe überstanden. Er ist fit für Berlin.
Es ist gerade angesichts der engen Terminlage einfach kein Zeitfenster da für die Formalien. Für zwei weitere Jahre wird Arango Gladbacher sein, der im Sommer endende Kontrakt wird bis 2014 verlängert. "Juan ist ein wichtiger Spieler, er hat einen tollen linken Fuß und kann ein Spiel lesen", sagt Trainer Lucien Favre.
Vor der Unterschrift steht aber die Arbeit. Und was Berlin angeht, hat Arango ein bisschen was gut zu machen. Schon einmal spielte Borussia bei klirrender Kälte in der Hauptstadt. Das war am 23. Januar 2010. Ganz Berlin war vereist, das Thermometer zeigte fast minus 20 Grad. Tore gab es keine – auch, weil Juan Arango einen Elfmeter verschoss. Jaroslav Drobny hielt und die Nachschusschance verpennte Arango regelrecht. Zwar spielte Gladbach danach wieder in Berlin und siegte 2:1, doch dürfte der Fehlschuss vor zwölf Monaten den stolzen Arango noch immer ärgern.
Morgen wird es definitiv einen Sieger geben, es ist ja Pokal. Zur Not fällt die Entscheidung im Elfmeterschießen. Ob Juan Arango dann einer der Schützen wäre, ist Spekulation. Als die Borussen in Heidenheim ins Elfmeterschießen mussten, schossen andere: Filip Daems, Dante, Havard Nordtveit und Martin Stranzl traten an und verwandelten. Trainer Lucien Favre bestimmt seine Schützen aus der Situation heraus. "Ich weiß ja nicht, wer dann noch auf dem Platz steht", sagt Favre.
Angesichts der wenig freundlichen Wetterlage dürfte Arango und den anderen Borussen (aber auch den Berlinern) jedoch daran gelegen sein, die Sache möglichst in der regulären Spielzeit zu klären. Ob nun 90, 120 Minuten oder eine Entscheidung vom Elfmeterpunkt: Die Borussen fliegen erst am Donnerstag aus der Hauptstadt zurück in die Heimat, um sich dann auf Schalke vorzubereiten.
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