Borussia Mönchengladbach: "Asterix" immer stärker
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 07.11.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Patrick Herrmann hatte bei Lucien Favre zunächst einen schweren Stand. Mittlerweile hat er nicht nur den Trainer überzeugt. Der 20-Jährige stand beim 2:1-Sieg in Berlin zum vierten Mal in Folge in Borussias Startelf.
Berlin Stammspieler? Patrick Herrmann schüttelt nur den Kopf. "Nein. So würde ich mich noch nicht bezeichnen." Der 20-Jährige steht in einem der vielen weiten Gänge des Berliner Olympiastadions. Gerade hat Borussia ihren zweiten Sieg in Folge eingefahren. Und Patrick Herrmann seinen vierten Startelf-Auftritt in Folge für die Gladbacher absolviert. Und das soll noch kein Stammplatz sein?
"Ich profitiere ja gerade nur von der Verletzung von Igor de Camargo", sagt Herrmann bescheiden. Weil der Brasilianer aufgrund einer Knieverletzung wochenlang ausfällt, rückte Herrmann ins Team. Er nutzt seine Chance. Vor drei Wochen, beim 2:2-Remis im Spiel gegen Bayer Leverkusen, da erzielte der Saarländer seinen ersten Saisontreffer. Und in Berlin folgte eine starke Vorlage zum zwischenzeitlichen Ausgleich durch Marco Reus.
"Er hat sich belohnt"
Hätte Roman Neustädter in der zweiten Halbzeit etwas genauer gezielt, als Herrmann den Ball mustergültig an die Strafraumgrenze zurückgelegt hatte, dann wären es sogar zwei Scorerpunkte geworden. "Wir haben das eigentlich im Training geübt", erklärt Herrmann. "Beim nächsten Mal macht Roman den auch rein." Auch wenn der Spieler selbst keine Ansprüche stellt - seine aufsteigende Formkurve spricht auch ohne große Worte für ihn.
"Es läuft immer besser", sagt "Asterix", wie ihn seine Mitspieler nennen. "Ich merke, wie ich mehr und mehr in die Mannschaft hineinfinde." Ein Umstand, der auch Trainer Lucien Favre nicht unbemerkt geblieben ist. Bei ihm hatte Herrmann zunächst einen schweren Stand. Nach dem Trainerwechsel vergangene Saison wanderte das Talent, das unter Favres Vorgänger Michael Frontzeck regelmäßig einen Stammplatz hatte, zunächst einmal auf die Bank. Kurzeinsätze waren die Folge.
Inzwischen hat Herrmann jedoch auch den aktuellen Coach von seinen Fähigkeiten überzeugt. "Ich bin mit Patrick sehr zufrieden", sagt Favre. "Er hat im Training sehr gut gearbeitet. Deshalb steht er nun auch auf dem Platz. Er ist schnell, läuft viel und arbeitet nach hinten. Im Training schießt er regelmäßig seine Tore. Dafür hat er sich belohnt." Nicht nur mit regelmäßigen Einsätzen bei Borussia – auch im Nationalteam ist Herrmann aufgestiegen. Statt in der U20 des DFB darf er nun bei der U21 mitspielen.
Doch der Gelobte ist noch lange nicht zufrieden. "Da ist noch viel Luft nach oben", sagt er in Bezug auf seine eigene Leistung. Und auch der Auftritt seiner Kollegen im Olympiastadion war durchaus verbesserungswürdig. "Berlin hat viel Druck gemacht", sagt Herrmann. "Und wir haben sehr viele Fehlpässe gespielt, auch in der zweiten Halbzeit. Aber am Ende haben wir zwei Tore geschossen. Berlin nur eins. Das zählt." Eine Analyse, so nüchtern wie seine Selbsteinschätzung.
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