Borussia Mönchengladbach: "Auf dem Boden bleiben"
zuletzt aktualisiert: 27.05.2011Lucien Favre über sein Team, seine Gefühle und Parfümfläschchen
Sie haben Borussia Mönchengladbach vor dem dritten Abstieg bewahrt. Herzlichen Glückwunsch.
Favre Merci.
Hören sie es gern, wenn man Sie jetzt einen Feuerwehrmann nennt?
Favre Am Mittwochabend war ich der beste Ausbilder der Welt, der beste Taktiker, ein Feuerwehrmann und besser als Guardiola. Und morgen, wenn es nicht läuft, bin ich nichts mehr von alledem. So ist es doch im Fußball. Ich bin Realist. Aber man muss die Zeit genießen. Und das tue ich. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich jetzt, einen Tag nach diesem schweren Spiel, alles noch nicht richtig verdaut habe.
Wie schalten Sie ab?
Favre Ich bin ein paar Tage in der Schweiz, zu Hause. Sonntag komme ich zurück zur Mitgliederversammlung.
Haben Sie sich mit der Versammlung beschäftigt, oder besser: Mit den politischen Querelen im Vorfeld?
Favre Dazu will ich nichts sagen. Ich habe mich total auf die Relegationsspiele konzentriert.
Sie sind immer sehr analytisch und sachlich. Sind Sie auch stolz auf Ihre Arbeit?
Favre Als ich gekommen bin, wusste ich, dass die Situation nicht einfach wird. Am Anfang gab es immer wieder Rückschläge. Die Niederlage gegen Kaiserslautern, die war ein unglaublicher Rückschlag. aber noch schlimmer war das 0:1 in Mainz, als wir in Unterzahl einen Elfmeter nicht bekommen haben und dann drei Minuten vor Schluss das Tor kassierten. Aber ich habe wie alle hier immer daran geglaubt, dass wir es schaffen können, den Abstieg zu verhindern. Nach drei oder dreieinhalb Wochen war die Mannschaft bereit. Dann war das Team aber solide und stabil.
Hat Ihnen eigentlich die Bierdusche bei der Feier im Stadion gefallen?
Favre Mir geht es ganz gut. Aber meinem Anzug nicht. Ich muss ihn waschen. Aber das mache ich nicht selbst. Wenn ich ihn bügeln müsste, wäre es eine Katastrophe.
Das genaue Gegenteil war Ihre Arbeit in Gladbach. Planen Sie schon für die neue Saison?
Favre Ja. Aber ich kann dazu noch nichts sagen. Es wird natürlich ein paar Veränderungen geben. Aber wir wissen ja erst seit Mittwoch, dass wir in der Ersten Liga bleiben, darum können wir erst jetzt richtig in die Planung gehen.
Wie gut ist die sportliche Basis, die da ist?
Favre Wir haben in zwölf spielen unter meiner Leitung 20 Punkte geholt. Das ist unter normalen Umständen unmöglich, ehrlich. Alles war jetzt auf diese besondere Situation ausgelegt. Ich habe daher im Training Taktik, Technik und Kondition zusammengelegt. Die Mannschaft hat Qualität und sie hat sehr viel Charakter gezeigt. Aber wir müssen auf dem Boden bleiben.
Es heißt, Sie haben eine Rettungs-Prämie bekommen. Die Angaben divergieren zwischen 250 000 und 500 000 Euro. Erfüllen Sie sich einen Wunsch?
Favre Ganz ehrlich? Ich habe meinen Vertrag nicht genau gelesen. Ich habe gesehen, dass ich zweieinhalb Jahre lang Trainer sein werde. Ich weiß aber, dass es eine Prämie gibt.
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