Borussia: Aufmunterung: „Alemannia ist zu packen“
VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 09.08.2008Ob’s wirklich ernst gemeint war, mag dahingestellt bleiben: Am Montagabend bei der Arbeitstagung des Fußballkreises Heinsberg machte Kreis-Vorsitzender Eduard Meinzer dem FC Wegberg-Beeck für das DFB-Pokalspiel gegen Alemannia Aachen jedenfalls ordentlich Mut: „Ich habe Aachen beim 0:4 im Test gegen Schalke 04 gesehen. Liebe Beecker, die sind zu packen!“ Die Vereinsvertreter reagierten mit Heiterkeit.
Heute ab 15.30 Uhr wird sich im Borussia-Park zeigen, ob Meinzer Recht behält: Hier steigt für den Mittelrheinligisten das größte Spiel der Vereinsgeschichte. Bei Trainer Josef Küppers, der sich schon seit einigen Tagen ungewohnter medialer Aufmerksamkeit erfreut, hat das Kribbeln längst eingesetzt. „Ja, die Anspannung ist da“, bekennt er.
Mehr zu schaffen als die vielen Interviewanfragen auch von Funk und Fernsehen macht ihm freilich die Aufstellung der Mannschaft. Das fängt im Tor an. Stammkeeper Vahid Spago schlägt sich mit hartnäckigen Knieproblemen herum, wird aber wohl auflaufen können. Beim Stellvertreter hat der Coach kurzfristig noch einen Wechsel vorgenommen: Der eigentlich für den 18er-Kader nominierte Markus Esser wird durch Reserve-Keeper Dominik Lescher ersetzt, nachdem Esser in der Vorbereitung einige Male gepatzt hatte – so noch am Dienstag beim 6:3 im Kreispokal gegen den SV Holzweiler.
Problematisch ist aber vor allem, dass sich mit Philipp Reichartz und Tobi Klemt erst sehr spät in der Vorbereitung das ideale Innenverteidiger-Paar gefunden hat – als eingespielt ist das Duo sicherlich nicht zu bezeichnen. Dazu hat sich Michael Enache, mit 27 Jahren der Älteste im Kader, immer noch nicht von den Folgen seiner Leistenoperation erholt und wird nicht spielen können – auch wenn der Deutschrumäne das selbst anders sieht. „Gerade auf der Position vor der Abwehr ist hohes läuferisches Potenzial gefragt. Leider ist Michael dazu zurzeit nicht in der Lage“, bedauert Küppers, der am liebsten Enache seinem Kapitän Dennis Puhl als zweiten Sechser zur Seite gestellt hätte.
Beeck wird so im Mittelfeld wohl mit einer Raute auftreten – Arian Berkigt, dienstältester Akteur im Kader, wird dann auf seiner Lieblingsposition hinter den Spitzen spielen. Keine Frage gibt es bei der Besetzung im Sturm: Michael Meven und Dominik Jansen haben in der Vorbereitung überzeugt. Über links soll Philipp Hansen anschieben, rechts rangeln noch Lucas Domgörgen und Dominik Bischoff um den Platz in der Startelf.
Die taktische Marschroute verwundert nicht: „Zunächst gilt es, möglichst lange das zu Null zu halten. Dabei zählt jede Minute. Und dann wollen wir natürlich der Alemannia auch den ein oder anderen Nadelstich versetzen“, kündigt Küppers an. Viele Aachener Spieler hätten Gardemaß: „Daher müssen wir möglichst Ecken und Freistöße vermeiden.“
Und die Zuschauerzahl? „Ich hoffe auf 10 000“, sagt Küppers. Sollten es 8000 werden, könnte Beeck damit wohl auch gut leben. Zumal auch Wegberg 96 000 Euro vom Fernsehen erhält. Der Umzug nach Gladbach ist auch nötig, weil das Waldstadion nicht den Sicherheitsanforderungen entspricht.
Übrigens: Acht aus dem Beecker Kader für heute haben schon in Borussias A-Jugend oder auch U23 gespielt: Michael Enache, Philipp Reichart, Tobi Klemt, Patrick Ajani, Dennis Puhl, Arian Berkigt ,Dominik Jansen und Domnik Lecher.
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