Borussia: Aufstiegsexperte Funkel mag Gladbach
zuletzt aktualisiert: 17.05.2011 - 18:26Friedhelm Funkel peilt in der Relegation gegen Borussia Mönchengladbach mit dem VfL Bochum seinen sechsten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga als Trainer an.
In seiner Jugend ist Friedhelm Funkel mit dem Bus von seiner Heimatstadt Neuss zum legendären Bökelberg gefahren, um Borussia Mönchengladbach bei den Heimspielen anzufeuern.
Der 57-Jährige hegt auch heute noch viel Sympathie für den fünfmaligen deutschen Fußball-Meister, doch alle Freundschaft wird in den kommenden Tagen ruhen. Funkel peilt mit dem Zweitligisten VfL Bochum in der Relegation gegen Gladbach seinen sechsten Bundesliga-Aufstieg als Trainer an.
Für Funkel war die Glitzerwelt Bundesliga zwar fast immer glanzlos, doch als harter Arbeiter mit Aufstiegsgarantie hat sich der Rheinländer einen Namen gemacht. Mit Uerdingen stieg er zweimal in die Eliteliga auf, auch den MSV Duisburg, den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt führte er in die höchste Klasse. Titel hat Funkel in seiner Trainerlaufbahn noch keine gewonnen, doch die fachliche Kompetenz des gelernten Großhandelskaufmanns wird geschätzt.
"Wir haben Herrn Funkel als ausgezeichneten Fußballfachmann und versierten Trainer kennen- und schätzengelernt", sagt Ernst-Otto Stüber, Vorsitzender des Bochumer Aufsichtsrats. Daher wurde Funkel schon im April fest an den VfL bis zum 30. Juni 2012 gebunden. Ursprünglich sollte sich der Vertrag nur im Aufstiegsfall verlängern.
Doch Funkel hat die Verantwortlichen in Bochum überzeugt, auch wenn der Saisonstart missglückte. "Seine ruhige besonnenen Art, seine soziale Kompetenz und sein Engagement nicht zuletzt im Nachwuchsbereich sprechen für ihn", meint Stüber.
In der Relegation gilt der Zweitligist trotz seiner beeindruckenden Aufholjagd zwar als Außenseiter, doch Karnevals-Fan Funkel rechnet sich etwas aus: "Das werden zwei harte Spiele. Die Chancen sind ausgeglichen." Auch die Statistik spricht nicht gerade gegen die Bochumer: Der VfL hat seit 15 Spielen und knapp 13 Jahren nicht mehr gegen die Borussia verloren.
Neben den fünf Aufstiegen feierte Schützenvereins-Mitglied Funkel seine größten Erfolge als Trainer im Pokal. Mit Duisburg (1998) und Frankfurt (2006) verlor Funkel aber das Endspiel in Berlin gegen Bayern München. Gegen den deutschen Rekordmeister kam Funkel als Spieler allerdings zu seinem größten Triumph. Der torgefährliche Mittelfeldspieler bezwang im Endspiel des DFB-Pokals 1985 mit Bayer Uerdingen den großen Favoriten mit 2:1.
Als Trainer tauchte er nicht auf der ganz großen Bühne auf. "Bayern hat sich nie gemeldet. Aber das ist auch nicht wichtig", sagt Funkel, der im September 2010 einen bemerkenswerten Rekord aufstellte: Mit 1077 Einsätzen als Trainer und Spieler im Profi-Fußballer löste er Otto Rehhagel als Rekordhalter ab.
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