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Borussia Mönchengladbach: Auslaufen wurde zum Ausnüchtern

zuletzt aktualisiert: 08.05.2008 - 12:29

Mönchengladbach (RPO). Nachdem Spieler und Fans von Borussia Mönchengladbach bei den Feiern zur Bundesliga-Rückkehr die Nacht zum Tag gemacht hatten, begann am Donnerstag mit leichten Kopfschmerzen schon wieder der Alltag.

Aufstiegstrainer Jos Luhukay hatte seinen Jungs zwar grünes Licht für die Spontan-Party gegeben, am Tag nach dem entscheidenden 3:0-Erfolg gegen den SV Wehen Wiesbaden bat der Niederländer aber wieder pünktlich um 10.30 Uhr zum Auslaufen oder besser gesagt aktiven Ausnüchtern.

"Es ist wichtig, diese Augenblicke richtig zu genießen", hatte Sportdirektor Christian Ziege, der gemeinsam mit Luhukay die neue Erfolgsmannschaft aufgebaut hat, seinen Profis am Abend noch mit auf den Weg gegeben: "Denn sie sind schnell wieder vorbei, und dann beginnt die schwere Aufgabe, in der ersten Liga zu bleiben. Das ist aus meiner Sicht in den nächsten zwei Jahren unsere Aufgabe."

Vergessen wird die Jubel-Szenen vom Abend zuvor so schnell sicher niemand. Ziege und Luhukay wurden mit reichlich Bier geduscht, der Trainer landete sogar in voller Montur im Entmüdungsbecken.

Dribbelkünstler Marko Marin war mit dem Mega-Bierglas in der Hand genau so flink unterwegs wie mit dem Ball, und Mittelfeld-Motor Sascha Rösler half der Gedanke an künftige Duelle mit Bayern München oder Schalke 04 sogar ein wenig über den Verlust seiner blonden Mähne hinweg, die ihm noch auf dem Spielfeld abrasiert wurde. Auch Ziege, Abwehr-Ass Patrick Paauwe und Torwart Christofer Heimeroth folgten unter anderem dem Rösler-Beispiel und erschienen am Donnerstag "oben ohne" zum Training.

Ziege hatte sich schon während der Ehrenrunde von Trainer und Mannschaft ein wenig zurückgenommen. Ganz allein saß der Manager-Neuling nach seiner ersten Reifeprüfung auf der Ersatzbank. Im vorigen Sommer musste er nach dem bitteren Abstieg um Kapitän Oliver Neuville eine neue Mannschaft aufbauen. 15 Spieler gingen, 11 neue kamen, und mit Akteuren wie Torjäger Rob Friend (16 Saisontore), Rösler oder Defensivstratege Patrick Paauwe der Erfolg zurück nach Gladbach.

"Unser Ziel war ganz klar, es gleich im ersten Jahr zu schaffen. Viele hatten uns das nicht zugetraut. Wir haben es trotzdem geschafft", sagte Ziege zufrieden: "Es war keine einfache Aufgabe, zumal es für mich sehr neu war. Ich behaupte aber, dass ich in 16 Jahren Profi-Fußball mitbekommen habe, worauf man achten muss."

Jetzt sucht er gemeinsam mit Luhukay vier, fünf Ergänzungen für die neue Saison, das Gerüst steht bereits. "Wir haben Vertrauen in die Mannschaft. Wir haben sie so zusammengestellt, dass sie auch in der Bundesliga bestehen kann", meinte Luhukay, der am Sonntag rund um die offizielle Aufstiegsparty mit einem Punkt gegen den SC Freiburg noch den Meistertitel als Sahnehäubchen holen will.

In der 2. Liga war die Borussia das Maß aller Dinge. Die meisten Tore (66) und Siege (17), die wenigsten Gegentreffer (33) und Niederlagen (3) - da ist der Aufstieg die logische Konsequenz. Selbst Joachim Löw, einer von 41.508 Zuschauern im Borussia-Park, war voll des Lobes.

"Borussia hat über die gesamte Saison sehr konstant gespielt und hat sehr gute Einzelspieler", sagte der Bundestrainer, der Borussia-Kapitän Neuville nach dessen erneut guter Leistung Hoffnung auf die EM-Teilnahme machte. "Bei Oliver weiß man, was er kann. Er hatte großen Anteil am Aufstieg", sagte Löw über den zurückhaltenden Stürmer, der Gladbach die Treue gehalten hatte. "Die EM wäre natürlich für mich der schönste Sommer-Urlaub", meinte Neuville, dem nur noch Tor Nummer 16 zum persönlichen Saisonrekord fehlt.

Einen wichtigen Schritt in Richtung Bundesliga-Rückkehr tat auch der Gladbacher Erzrivale 1. FC Köln durch das 3:1 beim FC Augsburg. Durch den Dreier kletterten die Geißböcke auf Platz zwei (57 Zähler).

Die Kölner profitierten von der 0:1-Heimniederlage des FSV Mainz 05 gegen Alemannia Aachen. Der FC kann am Sonntag (14 Uhr/LIVE!-Ticker) im Schlagerspiel gegen Mainz bei einem Sieg den Aufstieg perfekt machen. "Wir haben eine wunderbare Ausgangslage", sagte Kölns Vereins-Boss Wolfgang Overath.

Dritter ist Neuling 1899 Hoffenheim (56/3:1 gegen die TuS Koblenz). Die Mannschaft Trainer Ralf Rangnick hat ebenfalls gute Karten, in die höchste deutsche Spielklasse aufzurücken.

Quelle: sid

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