Gladbach-Keeper auf Krücken: Bailly: "Da muss ich durch"
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 18.07.2009 - 14:37Saalfelden (RPO). Der Gips ist jungfräulich. Keiner der Kollegen hat sich darauf verewigt. Zwei Wochen muss Logan Bailly ihn noch tragen. Er kann es kaum abwarten, den lästigen Verband loswerden. "Viel Spaß macht das nicht, aber ich muss da durch", sagt Borussias Torhüter.
Ein Klimagerät ist ihm auf den Fuß gefallen und hat den rechten Mittelfußknochen gebrochen. Ein glatter Bruch, einer, der, so ist die Prognose, gut verheilen wird. Doch es braucht seine Zeit. "Wenn der Gips ab ist, dauert es noch mindestens zwei Wochen, bis er wieder richtig fit ist", sagt Mannschaftsarzt Dr. Jens Kühlmorgen.
Bailly möchte über die Umstände dieser kuriosen Verletzung nicht reden. "Es ist ärgerlich, aber es macht keinen Sinn, jeden Tag darüber nachzudenken. Ich muss nach vorn schauen und positiv denken", sagt der Belgier, den Borussia in der Winterpause der vergangenen Saison RKC Genk abgekauft hatte. Die 2,5 Millionen Euro, die der 23-Jährige kostete, waren gut investiert. Bailly trug mit seinem charismatischen Spiel und starken Paraden wesentlich zum Verbleib in der Bundesliga bei.
Nun wird er die ersten Wochen der neuen Saison verpassen. Da auch Linksverteidiger Filip Daems, der sich im Trainingslager in Saalfelden am Knie verletzte, einige Wochen fehlen wird, muss Trainer Michael Frontzeck die in der Rückrunde der abgelaufenen Spielzeit eingespielte Defensive ändern. "Es ist natürlich wichtig, dass die Abwehr eingespielt ist. Darum ist es schade, dass Filip und ich ausfallen", sagt Bailly.
Gutes Verhältnis zu Heimeroth
Christofer Heimeroth ersetzt ihn im Tor, darauf hat sich Frontzeck sofort festgelegt. Heimeroth wurde gerade von den Kollegen in den Mannschaftsrat gewählt. "Das freut mich, natürlich. Ich bin ja jetzt seit drei Jahren in Gladbach, also einer der Dienstältesten in der Mannschaft", sagt Heimeroth.
Bailly beschreibt das Verhältnis zu Heimeroth und der Nummer 3, Frederic Löhe, als professionell-freundschaftlich: "Wir sind Freunde, Kollegen und Konkurrenten. Freddy ist da, um Heimi zu verdrängen, Heimi ist da, um mich zu verdrängen, das ist doch normal im Fußball."
Bailly trainiert in Österreich derzeit außer Konkurrenz mit. Er macht "alles, was mit dem Gips möglich ist". Bailly ist froh, dass er beim Team sein kann und nicht allein in der Heimat arbeiten muss. Das intensive Training mit Uwe Kamps genießt er.
"Ich habe in dem halben Jahr hier in Gladbach unglaublich viel gelernt von Uwe. Ein Torwarttraining auf diesem Niveau gab es in Belgien nicht", sagt er. Die physische Arbeit in Verbindung mit mentalem Training - "das spielt alles zusammen", sagt Bailly. Zudem ist es für ihn eine zusätzlich Motivation "jede Woche vor 40.000 oder 50.000 Zuschauern zu spielen".
Bailly wird, wenn er wieder genesen ist, wohl wieder spielen. Die Nummer 1 bleibt, nummerisch, aber Heimeroth. Bailly hat die 30. "Ich habe noch nie die 1 gehabt, in keinem Verein. Hier habe ich mit der 30 angefangen, und es wäre auch den Fans gegenüber, die das Trikot gekauft haben, nicht fair, das zu ändern".
Erstmal jedoch bleibt das Hemd mit der Nummer 30 im Schrank. Wenn er könnte, würde er sich auch mit dem Gips ins Tor stellen, sagt Bailly. "Aber das ist jetzt ein Spaß", fügt er hinzu.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









