Borussia: Berliner Gladbacher
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 13.08.2009Thorben Marx ist ein Kind der deutschen Hauptstadt. Doch zumindest sein fußballerisches Herz schlägt jetzt für Borussia. Und die trifft am Sonntag auf Hertha BSC. Dann muss Marx' alte Liebe mal ruhen.
Nein, von "Berliner Schnauze" ist bei Thorben Marx wahrlich nichts zu spüren. Wer ihn erlebt, mag kaum glauben, dass da einer steht, der in Berlin-Mariendorf geboren und aufgewachsen ist, 25 Jahre in der Stadt gelebt hat und Berliner mit Herz und Seele ist.
Doch den typischen Tonfall hat der 28-Jährige überhaupt nicht. Und vorlaut oder großmäulig, wie schon mal der eine oder andere Berliner (längst nicht alle, versteht sich), ist Thorben Marx wirklich nicht. Sondern ruhig und bescheiden, aber auch selbstbewusst, was seinen Beruf als Fußballprofi angeht.
So geht er auch seine dritte Station als Profi an: nach acht Jahren Hertha BSC und dreien bei Arminia Bielefeld jetzt Mönchengladbach. Und hier kommt es nun am Sonntag zur Auseinandersetzung mit seinem ehemaligen Verein. Borussia gegen Hertha, der neue Klub gegen seine alte Liebe.
Doch letztere wird für die 90 Spielminuten im Borussia-Park einschließlich der mentalen Vorbereitung beiseite geschoben, auch wenn er zugeben muss: "Es ist auch beim fünften Mal etwas Besonderes, gegen die Hertha zu spielen, gegen den Verein aus der Stadt, in der ich groß geworden bin. Doch jetzt will ich endlich mal gegen Hertha gewinnen. Schließlich müssen wir uns die zwei Punkte zurück holen, die wir letzten Sonntag in Bochum liegengelassen haben."
Mit der zweiten Halbzeit seines Bundesligadebüts im Borussen-Trikot, in der aus einem sensationellen 3:0-Vorsprung noch ein schon enttäuschendes 3:3 wurde, hat der Mittelfeldspieler sich "ein paar Tage beschäftigt. Doch jetzt müssen wir alle sie schnell abhaken und guten Mutes gegen Hertha auflaufen. Es ist unser erstes Heimspiel der Saison – und mein erstes für Borussia überhaupt."
Am Dienstag haben Thorben und seine Frau Jessica, ebenfalls gebürtige Berlinerin, den Umzug aus der Hauptstadt nach Odenkirchen abgeschlossen. "Jetzt sind wir Mönchengladbacher", sagt er. Auch wenn die beiden in Berlin gewiss zumindest noch einen Koffer haben, Thorben Marx ist Profi und weiß, was jetzt gefragt ist: bedingungsloser Einsatz für Borussia, auch gegen die Hertha. Bei der er übrigens aus seinen acht Jahren dort nur noch einen Spieler kennt: Arne Friedrich.
Es ist überhaupt eine ziemlich neue Hertha. Vor allem Marco Pantelic, Andrej Voronin und Josip Simunic sind weg: "Das ist schon ein schlimmer Verlust", sagt Thorben Marx. Aber: "Die Mannschaft spielt immer noch sehr kompakt, kassiert normalerweise wenig Gegentore. Und sie ist kontergefährlich. Da dürfen wir nicht zu offensiv spielen. Sondern diszipliniert, geschlossen, und schnell nach vorne, wenn wir den Ball haben. So wie in Bochum – in der ersten Halbzeit." Die zweite ist ja abgehakt. Sagt Thorben Marx – Berliner ohne große Schnauze.
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