Borussia Mönchengladbach: Besondere Spiele
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010Borussias Torwart Logan Bailly ist Belgiens Nummer 1 beim EM-Qualifikations-Auftakt am Freitag gegen Deutschland. Marco Reus spielt in Freundschaft mit Gladbach in Ahlen. Trainer dort ist der frühere Borusse Arie van Lent.
Logan Bailly ist Perfektionist. Darum hat es Borussias Torwart geärgert, dass er beim grandiosen 6:3 in Leverkusen drei Tore kassierte. "Das dritte Tor hätte ich abfangen müssen, das geht auf meine Kappe", gesteht der 24-Jährige. Selbstkritisch ist der Belgier, das spricht für ihn. Und auch seine Präsenz, die er auf dem Rasen hat.
Darum hat Borussia ihn im Winter 2008 geholt für den Abstiegskampf, darum ist er die Nummer eins im Gladbacher Tor. Und darum hat ihn nun auch Belgiens Nationaltrainer Georges Leekens zum ersten aller belgischen Torhüter gemacht. "Er strahlt etwas aus", sagt Leekens.
De Camargo fehlt
Nicht in Ahlen dabei ist Igor de Camargo, der sein Debüt wieder verschieben muss, Thorben Marx, Jean-Sébastien Jaurès (alle verletzt), Dante, Filip Daems, Tobias Levels und Michael Bradley.
Ausstrahlung und keine Angst
So sieht es auch Jean-Marie Pfaff, die belgische Torwartlegende. "Bailly ist ein Torwart, der das Leben kennt. Ein moderner Typ, der seinen eigenen Kopf hat und sein Ding macht. Aber auch das sehe ich eher als eine Stärke, denn er ist sich dabei immer seiner Verantwortung bewusst und trainiert sehr professionell", sagte Pfaff mal über Bailly.
Der Borusse habe Ausstrahlung, kenne keine Angst und gebe seiner Mannschaft Sicherheit, definiert Pfaff, früher Torhüter des FC Bayern, Baillys Vorzüge. Heute steht er vor einer "großen Herausforderung", wie Bailly selbst sagt. Belgien spielt gegen Deutschland in der EM-Qualifikation, und Bailly soll den Favoriten aufhalten mit seinen Paraden. "Das ist für mich kein Spiel wie jedes andere", sagt er.
So geht es auch Marco Reus. Borussias Geschwindigkeitsfußballer ist zwar nicht dabei in der EM-Qualifikation, doch der Ersatztermin ist für ihn eine hübsche Reise in die eigene Vergangenheit. Heute um 18.30 Uhr spielt Borussia bei Rot Weiss Ahlen. Das ist der Klub, von dem Reus im Sommer 2009 nach Gladbach kam. "Meine Zeit dort war sehr wichtig, ich habe unter Trainer Christian Wück viel gelernt", sagt Reus.
Wück indes ist nicht mehr da, und Ahlen aus der Zweiten Liga abgestiegen, in die die Münsterländer auch aufgrund der Taten von Reus 2008 aufgestiegen waren. Der Ex-Borusse Arie van Lent ist nun Trainer. Auch für den 40-Jährigen ist der heutige Vergleich mit den Borussen daher kein Testspiel wie jedes andere. "Ich finde es schön, dass sich Max Eberl spontan bereit erklärt hat zu diesem Spiel", sagt van Lent.
Er rechnet mit 3000 bis 4000 Fans, das wäre eine nette Einnahme, die Borussia in die nicht eben üppige Ahlener Vereinskasse spülen würde. Zudem "haben viele meiner Spieler noch nicht gegen einen Erstligisten gespielt. Für sie ist es eine schöne Erfahrung", sagt van Lent.
Sein Auftrag ist, nach dem Abstieg ein neues Team zu formen, vor allem mit jungen Spielern. "In dieser Saison geht es nur darum, dass wir uns stabilisieren", sagt van Lent. Sein Vertrag läuft bis 2012, und im zweiten Jahr seiner Amtszeit "wollen wir dann nach oben schauen".
Einen Sieg gegen eine Borussia hat er in dieser Woche schon geschafft: Im Westfalenpokal gab es ein 5:1 gegen Borussia Emsdetten, einen Landesligisten. Nun kommt Gladbach, wo van Lent zuletzt für die Tore zuständig war. Ein Job, den unter anderem Marco Reus nun macht. Und Logan Bailly ist da, um Tore zu verhindern. Am Freitag steht für alle drei ein besonderes Spiel an.
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