Borussia Mönchengladbach: Bleibt Arango beim Abstieg?
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 15.03.2011Borussia hat am Montag die Lizenzierungsanträge für die neue Saison bei der DFL eingericht: für die Erste und die Zweite Liga, wie üblich. Grundsätzlich wird zweigleisig geplant – möglicherweise auch mit dem Venezolaner.
Borussia im Abstiegskampf, das ist ein Hin und Her zwischen der Hoffnung, noch zu schaffen, was kaum einer für möglich hält, und realistischer Planung. Gestern hat der ständige Tabellenletzte der Bundesliga die Lizenzierungsanträge für die neue Saison bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) eingereicht – für die Erste und die Zweite Liga. Auch für die U23 wird mehrgleisig geplant: Beim Fußballverband Niederrhein wurde die Spielberichtigung für die NRW-Liga, beim DFB für die Regionalliga und bei der DFL die für die Dritte Liga beantragt.
Geschäftsführer Stephan Schippers will den doppelten Lizenzantrag jedoch keineswegs als Resignation im Abstiegskampf verstanden wissen. "Wir wollen die Klasse erhalten. Aber aus kaufmännischer Sicht muss ich vorsichtig und mit Weitsicht planen, darum haben wir, wie in den letzten zwölf Jahren auch, die Lizenzen für beide Ligen beantragt", sagt Schippers. Hintergrund: Ein Klub, der keine Lizenz für die Zweite Liga beantragt, müsste im Abstiegsfall in die Regionalliga.
Etat würde deutlich reduziert
Sollte Borussia den Abstiegskampf verlieren, würde der Etat für die neue Saison deutlich reduziert: Die 28 Millionen Euro, die derzeit für die Profimannschaft aufgewandt werden, würden um "40 bis 50 Prozent" (Schippers) gekürzt. Die Verträge der Spieler gelten für beide Ligen, auch die der derzeit ausgeliehenen Michael Bradley und Raúl Bobadilla. Einzig Juan Arango hat einen Kontrakt nur für die Bundesliga. Allerdings hat er signalisiert, mit Borussia auch ins Unterhaus gehen zu wollen. "Juan kann sich das grundsätzlich vorstellen. Er fühlt sich bei uns wohl. Er hat in den letzten Spielen gezeigt, wie wichtig er ist mit vier Torvorlagen", sagt Sportdirektor Max Eberl.
Dass Spieler wie Marco Reus, Dante oder auch Logan Bailly im Fokus anderer Vereine sind, liegt auf der Hand, vor allem im Fall von Reus dürfte es unabhängig von der künftigen Ligazugehörigkeit gesteigertes Interesse geben. "Das ist im Fußball üblich, aber wir sind die, die 'ja' oder 'nein' sagen können", versichert Schippers, dass auch wenn der dritte Abstieg der Vereinsgeschichte Realität wird, kein Ausverkauf stattfinden wird. Zumal sowohl Reus (Vertrag bis 2015) als auch Bailly (bis 2013) jüngst beteuert haben, ihre Verträge in Gladbach unabhängig von der Ligazugehörigkeit erfüllen zu vollen.
Inwieweit das Planungssicherheit bedeutet, oder Millionenangebote dann doch für andere Umstände sorgen, wird sich zeigen. Grundsätzlich denken die Borussen sportlich in zwei Richtungen, allein terminlich. Die Zweite Liga startet am 15. Juli, die Bundesliga erst am 5. August. Daher gibt es für die Sommervorbereitung Optionen.
Gleiches gilt für den Zukauf neuer Spieler. "Natürlich gibt es Transfers, die Liga-abhängig sind", sagt Eberl. Konkretes gibt es noch nicht zu berichten, auch wenn australische Medien Matthew Leckie bereits als fixen Zugang melden. "Zu einzelnen Personalien sagte ich nichts. Grundsätzlich werden wir nicht von unserem Weg abweichen, Spieler mit Perspektive und Potenzial zu holen. Aber im Moment beschäftigen wir uns nur mit dem Spiel gegen Kaiserslautern und dem Abstiegskampf. Wir gehen davon aus, dass wir es schaffen", sagt Max Eberl. Der Antrag auf die Lizenz für die Zweite Liga soll nichts als ein formaler Vernunftakt sein.
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