Borussia Mönchengladbach: Bobadilla kämpft sich zurück
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 05.12.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Borussias Angreifer spielte gegen Dortmund zum ersten Mal seit dem vierten Spieltag von Beginn an. Er musste sich an das Spiel der Mannschaft gewöhnen – verbuchte am Ende jedoch die Vorlage zum Ausgleich.
Fussball 84 Minuten waren gespielt im Borussia-Park, als Raul Bobadilla vor der Nordkurve entlanghumpelte und sich von einem Großteil der 54 057 Zuschauern feiern ließ. Ein symbolhafter Abgang. Angeschlagen war er, kaputtgekämpft sowieso. 84 Minuten hatte sich Bobadilla, der den verletzten Marco Reus vertrat, gegen Borussias Dortmund abgerackert. Nicht immer glücklich, aber mit vollem Einsatz. Am Ende wurde er mit seiner Vorlage zum verdienten Ausgleichstreffer durch Mike Hanke belohnt.
Es war der erste Einsatz für Bobadilla von Beginn an seit dem vierten Spieltag bei der 0:1-Niederlage auf Schalke. "Ich bin froh, wieder dabei zu sein. Aber ich muss jetzt viel arbeiten, um besser zu werden." Trainer Lucien Favre lobte seinen Stürmer. "Er hat eine gute Leistung gezeigt, dafür, dass er lange nicht von Anfang an gespielt hat."
Spieler besuchen Fans
Weihnachtstreffen Die Spieler des Tabellendritten hatten Sonntag reichlich zu tun. Traditionell besuchten die Borussen ihre Fans – in ganz Deutschland. Die weiteste Anreise hatten Julian Korb (Laupheim /Daden-Württemberg) und Niklas Dams (Aken / Sachsen-Anhalt). Dante und Juan Arango mussten "nur" nach Heinsberg.
"Vielleicht lieber schießen"
Vor allem bei den Laufwegen tat sich "Boba" schwer. Er ist ein ganz anderer Stürmer als der verletzte Marco Reus, weswegen gerade in der Beginnphase die Abstimmung mit den Partnern in der Offensive nicht immer funktionierte. Einmal wurde er alleine aufs Tor geschickt, brauchte jedoch zu lange um den Ball zu kontrollieren und produzierte am Ende nur einen harmlosen Lupfer. "Ich habe den Torhüter nicht gesehen", sagte der 24-Jährige. "Aber ich hatte viel Zeit. Vielleicht hätte ich lieber einfach schießen sollen."
Ein kleiner Makel, den er bei Hankes Ausgleichstreffer wiedergutmachte. Der Pass in Hankes Laufweg passte jedenfalls perfekt – der Stürmer schoss den Ball an Roman Weidenfeller vorbei ins Tor. "Vorlagen sind auch sehr wichtig", befand Bobadilla hinterher. "Es ist gut, wenn man seinen Anteil an Toren hat. Auch wenn man sie nicht selber schießt." Es ist eine Bescheidenheit, die gut tut. Seit demonstriert, warum Bobadilla seine Chance durchaus verdient hatte.
Denn auch wenn der Stürmer manchmal falsche Entscheidungen trifft, nicht immer das Richtige tut: Er kämpft, er läuft – und er ist zuverlässig. Anders als Sturmkollege Igor de Camargo, der eigentlich erster Reus-Ersatz gewesen wäre. Doch er hatte Rückenprobleme. Und Reus selbst fällt noch mindestens nächstes Wochenende aus.
Blieb nur noch Mathew Leckie als letzte Angriffs-Option auf der Bank. Der Australier wurde in der 84. Minute für Bobadilla eingewechselt – und prompt änderte sich Borussias Spielstil wieder komplett. "Er sucht die Tiefe", sagte Mike Hanke.
Über Verpflichtungen im Winter wird bei Borussia trotz der Personalprobleme im Angriff nicht nachgedacht. "Wir wollen erstmal zusehen, dass Igor de Camargo fit wird", sagte Max Eberl nach dem Spiel auf die Frage, ob Borussia auf dem Transfermarkt noch aktiv würde. Doch so wirklich oft war der brasilianische Belgier in dieser Saison noch nicht gesund...
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