Borussia: Bobadilla schadet Gladbach
VON KOMMENTAR VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 06.12.2010 - 11:58Fußball ist auch eine Frage des Charakters. Charakterstark ist, wer zu dem steht, was er sagt. Borussia tut das und setzt weiter auf Konstanz und Trainer Michael Frontzeck. In Krisenzeiten ist das nicht der populärste Weg. Denn jeder erwartet, dass der Wechsel des Trainers von Misserfolg zu Misserfolg logischer wird. In diesem Fall jedoch könnte der unlogische der richtige Weg sein.
Denn ein neuer Trainer ist keine Garantie, dass es besser wird. Das haben die Borussen in der vergangenen Dekade nach der Methode Versuch und Irrtum ausprobiert. Nun ist trotz der nur zehn Punkte aus 15 Spielen das Gefühl da, dass Frontzeck der Richtige ist für Borussia. Und so lange die Bosse spüren, dass er das Team erreicht, gibt es kein Trainerproblem und auch keine Trainerfrage.
Wenn der Trainer nicht das Problem ist, muss es die Mannschaft sein – oder einzelne Spieler, was wiederum auch ein Problem des Kollektivs ist. Denn ein Team wie Borussia funktioniert nur als Gesamtheit, den Einzelnen fehlt die Klasse, es allein zu richten. Frontzeck hat vor dem 1:2 gegen Hannover seine Spieler im Trainingslager versammelt und ausführliche Gesprächsrunden angesetzt, um jeden auf das Spiel und den Teamgeist einzuschwören. Raúl Bobadilla hat das mit seinem dummen Tritt und der daraus resultierenden Roten Karte ad absurdum geführt. Damit hat er der Mannschaft, dem Klub und dem Trainer geschadet.
Frontzeck stellt sich normalerweise vor sein Team und die Spieler. Das wäre in diesem Fall falsch. Bobadilla ist ein Wiederholungstäter, was Vergehen wider die Disziplin angeht. Das spricht nicht für seinen Charakter. Und Spieler mit fragwürdigem Charakter sind im Abstiegskampf nicht zu gebrauchen. Es wird eine empfindliche Strafe geben. Daraus sollte Bobadilla endlich lernen. Es dürfte seine letzte Chance sein.
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