Borussia: Bobadilla spricht Deutsch und entwickelt sich
zuletzt aktualisiert: 29.09.2011 - 07:15Mönchengladbach (RPO). Wer auf der Internetseite von Raúl Bobadilla stöbert, muss sich mit der Vergangenheit begnügen. Zu lesen ist, was Bobadilla vor zwei Jahren tat. Dabei gäbe es genug zu erzählen über die Gegenwart.
Zum Beispiel, dass „Boba“ inzwischen richtig gut Deutsch spricht. Eigentlich, gesteht Bobadilla, kann er das schon länger, doch traute er sich nicht so recht. Nun aber plaudert er munter drauf los. Und erzählt, was sich verändert hat, seit er im Januar ins griechische Exil zu Aris Saloniki geschickt wurde. „Die Stimmung ist anders. Das ganze Team macht viel zusammen, auf dem Platz, in der Kabine, das ist wichtig. Und der Trainer ist mittendrin“, sagt er.
Borussia ist eine Einheit geworden - das ist der Schlüssel zum Erfolg. Und Bobadilla (24), der zuvor als potenzieller Unruhefaktor galt, gehört voll dazu. Er ist nicht gesetzt, die Plätze eins und zwei in der internen Stürmerrangliste haben Igor de Camargo und Mike Hanke inne. Bobadilla ist die Nummer drei. Als Igor de Camargo fehlte, durfte Bobadilla dreimal von Beginn an spielen, zuletzt wurde er dreimal eingewechselt. Ein Tor hat er erzielt, doch es müssten schon drei Treffer sein. Gegen Kaiserslautern und Nürnberg lief er allein aufs Tor zu, traf aber nicht. Zu schön wollte er es machen, da kam der Südamerikaner in ihm durch. Es fehlte die Ruhe, die Nüchternheit.
Früher hätte er sich schwarz geärgert, hätte gehadert und sich hinkelsteinschweren Druck gemacht. Heute bleibt „Boba“ gelassen. „Klar muss ich die Dinger rein machen. Aber wichtig war, dass ich die Chancen hatte. Und ich arbeite viel für das Team“, sagt er. Das tut er tatsächlich. Als er gegen Nürnberg eingewechselt wurde (sein 50. Spiel für Borussia), war gleich mehr Betrieb in der Offensive. Bobadilla ist viel unterwegs, er zieht oft zwei Gegenspieler auf sich, was den Kollegen Wege frei macht. „Ich bin auf einem guten Weg, ich werde weiter hart arbeiten, dann klappt es auch mit den Toren“, sagt er. Er hat Geduld gelernt.
Dass auch der „neue“ Bobadilla durchaus ungestüm ist, lässt sich als Qualität werten, da er seine Energie und die körperliche Präsenz so kanalisiert, dass es produktiv ist. Trainer Lucien Favre vertraut ihm. „Er muss noch viel an sich arbeiten, aber er hat Qualität, er entwickelt sich gut “, sagt Favre. Das sind Sätze, die Bobadilla gut beschreiben. Sie wären geeignet für eine Charakterisierung auf seiner Internetseite.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









