Borussia Mönchengladbach: Borussia bangt um ihren Sturm
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 15.09.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Igor de Camargo und Mike Hanke sind verletzt, ihr Einsatz am Samstag beim Hamburger SV ist fraglich. Trainer Lucien Favre muss möglicherweise bei den bislang desolaten Hanseaten auf ein komplett neues Sturmduo vertrauen.
Das Training ist gerade einmal zehn Minuten alt, als es für Igor de Camargo schon wieder vorbei ist. Borussias brasilianischer Angreifer humpelt, begleitet von Physiotherapeut Andreas Bluhm, vom Platz: Adduktoren-Probleme. Ein anderer stand gar nicht erst auf dem Platz. Denn bei Mike Hanke schmerzt das Knie. Gut möglich, dass Borussias Stammspieler im Angriff beide am Samstag beim Hamburger SV ausfallen. Und Trainer Lucien Favre im Sturm komplett umdenken muss.
"Igor hatte gestern schon Probleme", sagte Favre nach dem Vormittagstraining. "Wir dachten aber alle, es ist nicht so schlimm. Wir haben uns wohl geirrt." Nun sind Verletzungen beim 28-Jährigen nun wirklich nichts Neues – häufig schon fehlte der Angreifer aufgrund verschiedenster Blessuren.
Bei Mike Hanke bestanden die Probleme wohl schon ein bisschen länger. Bereits vor dem Spiel gegen Kaiserslautern hatte Hanke Schmerzen am Knie. So erklärt sich auch ein wenig die schwache Leistung des 27-Jährigen gegen Kaiserslautern. "Wir werden sehen, wie es wird", sagt Favre zum Ex-Nationalspieler, der auch heute nicht mit der Mannschaft trainieren wird.
So könnte es passieren, dass bei der "Schießbude der Liga" in Hamburg ein komplett neues Angriffs-Duo an den Start geht – oder Favre seine Formation aufgrund der möglichen Ausfälle sogar komplett umstellen muss. Dabei hat der Coach viele Möglichkeiten. Erster Ersatzmann im Angriff ist Raul Bobadilla. Dazu könnte Mathew Leckie oder Joshua King kommen. Ein Wechsel von Marco Reus ins Zentrum wäre aber ebenso eine Möglichkeit – dann würden Patrick Herrmann oder Lukas Rupp auf dem Flügel einspringen. Reus hatte in der vergangenen Saison regelmäßig bewiesen, auch als hängende Spitze für Gefahr sorgen zu können.
Nur eins würde leiden: Die Eingespieltheit der Mannschaft. Der große Vorteil der Borussia in dieser Saison. Doch es ist nicht so, dass Borussia vor der Mannschaft der Hanseaten übertriebene Angst haben müsste. Denn bislang präsentierte sich der HSV in desolater Verfassung, kassierte in fünf Spielen bereits 16 Gegentore. Die Innenverteidigung stümpert Spiel für Spiel orientierungslos vor sich hin, Trainer Michael Oenning steht bereits nachdrücklich auf der Abschussliste. Gut möglich, dass der Coach nach einer erneuten Niederlage seinen Hut nehmen muss.
"Hamburg hat im Moment nichts zu verlieren", sagt Roman Neustädter. "Die werden marschieren. Und über Außen sind sie immer noch gefährlich." Für Borussia also auch als Favorit durchaus eine Aufgabe – erst recht mit einem neuen Stürmerduo.
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