Borussia: Borussia – der Blick nach vorn
VON KARSTEN KELLERMANN UND ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 27.05.2011Trainer Lucien Favre hat Borussia gerettet – schaut aber stets nach vorne. Es gibt Baustellen, die vor der kommenden Saison zu beheben sind, doch es sind lösbare Aufgaben. Eine Analyse.
Fussball Während sich Borussias Spieler gestern nach einer letzten Teamsitzung in mehr schlechter als rechter körperlicher Verfassung in den Urlaub verabschiedeten, hatte Trainer Lucien Favre schon die nächste Saison im Kopf – die Trainingspläne für den Sommer sind bereits verteilt. Favre und Sportdirektor Max Eberl haben nun knapp zwei Monate Zeit, ihre Lehren aus dieser Saison zu ziehen. Eine Analyse.
BORUSSIAS STÄRKEN Lucien Favre hat der Mannschaft Stabilität verliehen und allen voran die Defensive gestärkt. Aus den Leistungträgern Marc-André ter Stegen, MartinStranzl, Dante, Havard Nordtveit, Igor de Camargo und Marco Reus könnte nun eine Achse, ein Grundgerüst für die Mannschaft in der kommenden Saison entstehen. "Die Mannschaft ist mit der Extremsituation gewachsen", sagtStranzl. Er meint damit: Der Zusammenhalt ist da. Das Team hat mit dem Klassenerhalt zudem bewiesen, dass es nicht so schlecht besetzt ist, wie es teilweise gemacht wurde – was 26 Punkte in der Rückrunde auch statistisch bewiesen.
Wer kommt, wer geht?
Abgänge Michael Fink (unbekannt), Fabian Bäcker (Aachen), Jean-Sebstièn Jaures (unbekannt)
Mögliche Abgänge Dante (will höher spielen), Sebastian Schachten (St. Pauli), Logan Bailly.
Zugänge Matthew Leckie (bereits da), Matthias Zimmermann (Karsruhe / gilt als sicher).
SCHWÄCHEN Borussia tut sich sehr schwer, wenn sie das Spiel machen muss. Havard Nordtveit und Roman Neustädter spielen solide – ihnen fehlt jedoch die notwendige Ball- und Passsicherheit, vor allem im Spielaufbau. Weil auch die Außenverteidiger kaum angreifen und in Mo Idrissou vorne ein Stürmer steht, mit dem schnelle Spielzüge kaum möglich sind, vertraut Borussia zu oft auf lange Bälle von Stranzl oder Dante. Es mangelt an offensiver Durchschlagskraft. In der Defensive schwächelt Borussia Außen. Auch wenn sich Tony Jantschke und Filip Daems stabilisiert haben, genügen sie gehobenen Ansprüchen auf Dauer (im Falle Jantschke: noch) nicht.
TRAINER Lucien Favre hat aus Zeitmangel nur ein System trainiert – und das bis zur Perfektion. In der neuen Saison wird er Borussia flexibler ausrichten. Bei seinen bisherigen Stationen favorisierte der Schweizer grundsätzlich ein flaches Mittelfeld.
AUSBLICK Viele Verpflichtungen muss Borussia gar nicht tätigen: zwei Spieler kehren im Sommer zum Verein zurück. Michael Bradley könnte der Sechser sein, den Favre benötigt, Stürmer Raul Bobadilla könnte die Ausleihe gutgetan haben für einen Neuanfang unter Lucien Favre. In der Abwehr wird Nachwuchsmann Matthias Zimmermann (aus Karlsruhe) in der Außenverteidigung Dampf machen. Über die linke Seite muss Borussia jedoch nachdenken: Steht man tatsächlich dauerhaft hinter dem Phlegma von Juan Arango? Und braucht man vielleicht einen stärkeren Linksverteidiger als Filip Daems?
Es sind lösbare Baustellen. Und wenn Borussia zusätzlich die Euphoria aus der erfolgreichen Relegation in die neue Saison übertragen kann, könnte es eine ruhige Spielzeit werden.
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