Borussia Mönchengladbach: Borussia ist erstmals Favorit
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 08.09.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre will den Tabellenvorletzten aus Kaiserslautern auf keinen Fall unterschätzen. Verteidiger Martin Stranzl mahnt Geduld an – die Chancen kämen von ganz alleine.
Die höchsten Weihen gab es von ebenso hoher Stelle. "Borussia Mönchengladbach kann diese Saison durchaus unter den besten sechs Teams beenden", sagte einer, der es wissen muss. Uli Hoeneß sprach diese Worte am Wochenende in einer Fernsehshow. Der Präsident des FC Bayern München machte Borussia damit auf einen Streich zu einer der zu schlagenden Mannschaften in dieser Bundesliga-Saison. Zwei von vier Spielen gewann Borussia bislang in dieser Saison – doch in keinem der Partien war die Mannschaft von Trainer Lucien Favre bislang Favorit.
Das wird sich spätestens am Samstag ändern. Dann nämlich trifft der Tabellenfünfte auf den Vorletzten, den 1. FC Kaiserslautern. Auch wenn die Rangliste nach nur vier Spielen natürlich keinerlei Aussagekraft besitzt – die Pfälzer galten schon vor der Saison als heißer Abstiegskandidat. Auf Papier also eine klare Sache.
Volles Stadion
Tickets Borussia hat für die Partie gegen Kaiserslautern bereits 49 500 Karten abgesetzt. Ausverkauft ist die Nordkurve.
Länderspiel Tony Jantschke hat 90 Minuten mit der U21-Nationalmannschaft gegen Weißrussland gespielt. Beim 1:0 spielte der 21-Jährige 90 Minuten als Linksverteidiger.
Für Martin Stranzl jedoch nicht. "Wir nehmen das Spiel genau so ernst wie jedes andere", sagt Borussias wiedergenesene Abwehrchef. In der Bundesliga kann man gegen jeden Gegner gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren. Deswegen musst du auf der Hut sein. Aber wir haben ein Heimspiel, und das wollen wir auch gewinnen."
Bislang ist Borussia nur gegen Teams angetreten, die selbst Fußball spielen, das Spiel machen wollen. Kaiserslautern wird der erste Gegner sein, der Fußball arbeitet – Trainer Marco Kurz wird im Borussia-Park hinten dichtmachen. Dann wird sich zeigen, wie weit Favres Mannschaft wirklich ist auf ihrem Weg, Partien auf spielerische Art und Weise zu gewinnen.
"Auch wenn es vielleicht ein Geduldspiel werden sollte – wir müssen zeigen, dass wir als Mannschaft gelernt haben, auf unsere Möglichkeiten zu warten. Sie werden kommen, selbst wenn es die 80. Minute ist", sagt Martin Stranzl. Gedanken an die bittere letzte Niederlage gegen die Pfälzer, als sich Torhüter Logan Bailly den Ball zum 0:1 ins eigene Tor faustete, hegt bei Borussia niemand mehr, betont Stranzl.
Der Österreicher spürt die Wade, die ihn zuletzt drei Spiele zum Zuschauen zwang, überhaupt nicht mehr. "Ob ich spiele, ist aber dem Trainer überlassen", sagt er. Auch Marco Reus ist guter Dinge, dass er dabei sein kann. Der 22-Jährige absolvierte ein Einzeltraining mit Ball.
"Hätte ich noch Schmerzen, würde ich nicht trainieren", sagt Borussias zweifacher Torschütze. "Ich bin guter Dinge, dass es klappt. Wir müssen jetzt schauen, wie die Leiste auf die Belastung reagiert." Vor allem soll das Ganze möglichst nicht chronisch werden. "Deshalb werde ich sehr aufpassen", betont Reus. Sein Einsatz wäre für Borussia wichtig – als Favorit gegen Kaiserslautern.
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