Borussia Mönchengladbach: Borussia ist nie ausgeschlossen
zuletzt aktualisiert: 14.06.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Optimistisch, gelassen und zufrieden wirkte Marcell Jansen, als er als Pate für das Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an der Feierstunde der Mönchengladbacher Gesamtschule Volksgarten teilnahm, die für ihre Arbeit mit einem Zertifikat ausgezeichnet wurde.
Er wurde natürlich in seiner früheren Schule gefeiert. Auch das schien ihm gut zu tun, nachdem die vergangenen Monate sicher nicht nach seinen Wünschen verlaufen sind. Darüber und über Zukunftsideen sprach Kurt Theuerzeit mit dem Nationalspieler.
Sie hätten sich 2011 bestimmt eine Portion Glück mehr gewünscht.
Jansen Das sehe ich gar nicht so. Es ist sicherlich viel passiert. Aber man lernt ja nicht nur in guten Zeiten. Es hat in den vergangenen zwei Jahren beim Hamburger SV nicht richtig funktioniert. Wir Spieler haben sicherlich auch nicht unsere Leistung gebracht. Ich sehe jetzt nach vorn. Dazu muss ich aber auch das Glück haben, gesund zu bleiben. Zudem habe ich schon bewiesen, dass ich in der Lage bin, mich zurück zu kämpfen.
Beim HSV wird sich wahrscheinlich viel ändern. Sehen Sie für den Club Chancen, wieder in der Bundesliga mitzumischen?
Jansen Im Moment bin ich nicht darüber informiert, was sich intern abspielt. Ich weiß nur, dass wir vor einem riesigen Umbruch stehen, den der Verein nur mit viel Arbeit und Können erfolgreich gestalten kann, um zu neuen funktionsfähigen Strukturen zu kommen. Ich setze auf diesen Neuanfang und hoffe, dass er gelingt. Die Fans und die Stadt haben das verdient.
Und welche Rolle werden Sie dabei spielen?
Jansen Ich bemühe mich zunächst einmal, wieder richtig fit zu werden. Dazu fahre ich jetzt acht Tage nach Amerika und werde dort mit dem Fitness-Trainer der Nationalmannschaft, Shad Forsythe, arbeiten. Ich will und werde mich wieder herankämpfen.
Meinen Sie das in Bezug auf den HSV oder die Nationalmannschaft?
Jansen Natürlich will ich mich über den HSV in den Blickpunkt spielen. Wenn das gelingt, ist sicher die Europameisterschaft ein lohnendes Ziel. Dafür gebe ich 100 Prozent.
In Mönchengladbach hoffte man, dass Sie vielleicht zur Borussia zurückkehren. Max Eberl hat die Sache mit dem Hinweis auf die Kosten schnell zu den Akten gelegt. Hätte er nicht mal mit Ihnen reden sollen?
Jansen Wir sind in unserer Familie alle Borussen-Fans. Ich habe mitgefiebert, als um den Klassenerhalt gekämpft wurde und mich über den Erfolg gefreut. Ich habe in Hamburg noch zwei Jahre Vertrag. Unter solchen Voraussetzungen sind schon erhebliche Beträge normal. Ich will auch meinen Vertrag in Hamburg erfüllen. Borussia ist aber bei mir nie ausgeschlossen.
Haben Sie sich für Ihre Karriere noch etwas Besonderes vorgenommen?
Jansen Ich habe die Hälfte meiner Profizeit hinter mir. Dabei überschlugen sich die positiven Ereignisse. Ich will jetzt auch ein wenig zur Ruhe kommen und möglichst verletzungsfrei die weiteren Jahre genießen. In 20 Jahren bin ich sicher in Gladbach und spiele bei den Lürriper Alten Herren.
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