Fortuna: Borussia macht Fortuna stark
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 15.02.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Beim Spitzenspiel der Zweiten Liga zwischen Düsseldorf und Frankfurt hätten bis zu acht ehemalige Gladbacher auf dem Platz stehen können. Sascha Rösler und Johannes van den Bergh sind in Düsseldorf Führungsspieler.
Als das Spektakel in der Düsseldorfer Esprit-Arena seinen Lauf nahm, saß einer der designierten Akteure ausgerechnet in Mönchengladbach auf der Couch – und konnte nichts tun. Johannes van den Bergh, geboren in Waldniel, sieben Jahre Jugendspieler bei Borussia Mönchengladbach, war krank. Und so musste der Gladbacher Fortune vor dem Fernseher mitverfolgen, was seine Mannschaftskollegen im Zweitliga-Spitzenspiel gegen Eintracht Frankfurt (1:1) fabrizierten.
"Das ist nichts für mich. Es ist leichter, selbst auf dem Platz zu stehen", sagt der 25-Jährige über sein Fernseh-Erlebnis. Eine Magen-Darm-Erkrankung hielt ihn von einem Einsatz ab. "Bis zur Schlussphase kam ich noch ganz gut klar", betont "Jojo", wie er genannt wird. "Aber als es dann Elfmeter für uns gab, war ich nicht mehr zu halten."
Reus lässt Training aus
Adduktoren Ohne Marco Reus startete Borussia gestern in die Vorbereitung auf das kommende Spiel am Samstag (15.30 Uhr) beim 1. FC Kaiserslautern. Borussias Top-Torjäger hat weiterhin Probleme mit den Adduktoren.
Auskuriert Roman Neustädter, Mike Hanke und Juan Arango sind wieder fit
Hätte van den Bergh mitgespielt, hätten am Ende sechs ehemalige Borussen auf dem Düsseldorfer Rasen gestanden: Sascha Rösler, der am Ende mit Gelb-Rot vom Platz flog, ist Fortunas Torjäger, Tobias Levels, in Gladbach bald Nachbar von van den Bergh, kam im Sommer in die Landeshauptstadt. Und Fortuna-Idol Andreas Lambertz (Montag gesperrt) kickte in der Jugend sogar für die U17 der Borussia.
Bleibt noch Trainer Norbert Meier – der 53-Jährige absolvierte 50 Bundesliga-Spiele für die "Fohlen", und saß danach fünf Monate als Trainer auf der Borussia-Bank. Heute ist Meier in schöner Regelmäßigkeit beim 1. FC Viersen zu Gast.
Auch Eintracht Frankfurt verfügt über eine ansehnliche Gladbacher Kolonie. Anderson verschuldete den Elfmeter zu Fortunas Ausgleich, Karim Matmour vergab nach der Pause eine Riesenchance, Mo Idrissou wurde in der Schlussphase eingewechselt – und auf der Bank saß auch noch Ex-Borussia-Stürmer Rob Friend.
Der aktuelle Höhenflug der Gladbacher ist auch in der Fortuna-Kabine durchaus ein Thema. "Natürlich reden wir ab und zu über Borussia", betont van den Bergh. "Was die abliefern, ist beeindruckend. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich mit einem weinenden Auge nach Gladbach gucke – es macht sehr viel Spaß hier in Düsseldorf." Trotzdem trifft sich van den Bergh ab und an zu "Gipfeltreffen" mit Gladbachs junger Fraktion, wenn er mit Marco Reus, Roman Neustädter oder Tony Jantschke essen geht.
Dass Fortuna in der nächsten Saison auf Gladbach treffen könnte – daran verschwendet van den Bergh noch keinen Gedanken. "Man soll, darf und will über solche Themen nicht reden. Borussia lebt genau wie wir sehr gut mit der Maßgabe, von Spiel zu Spiel zu denken. Warum sollten wir den Mund jetzt schon zu voll nehmen?"
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