Borussia Mönchengladbach: Borussia meistert Runde eins
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 29.07.2011 - 22:45Regensburg (RPO). Gladbachs Fußballprofis gewinnen in Regensburg mit 3:1. Der Bundesligist glänzte zwar zu keinem Zeitpunkt, geriet aber auch nicht wirklich in Gefahr. Igor de Camargo machte den Sieg mit seinem Tor perfekt.
Eine erste Runde im DFB-Pokal führt Profiklubs gerne einmal zu Traditionsvereinen, die in der Versenkung verschwunden sind. Oder nie wirklich aus dieser hervorstachen. So reiste Borussia Mönchengladbach zum Pokalauftakt zu Jahn Regensburg, seines Zeichens Drittligist nahe der tschechischen Grenze. 110 Zweitligaspiele stehen in der Historie der Oberpfälzer nur zu Buche. Wohl auch deshalb gab es bislang nur ein Aufeinandertreffen beider Teams. 1968 war es, als Berti Vogts ein Freundschaftsspiel im Jahnstadion bei strömendem Regen mit 1:0 für Borussia entschied.
Anno 2011 ist das Wetter kaum besser – immerhin war es aber das Ergebnis: 3:1 gewann die Mannschaft von Trainer Lucien Favre und zog am Ende halbwegs ungefährdet in die zweite Runde des Pokals ein.
Der zweite Auftritt der Mönchengladbacher im Jahnstadion könnte derweil der letzte für Borussia an dieser Stelle sein. Denn vor zwei Tagen hat die große Koalition im Stadtrat nach jahrelangem Tauziehen dem Bau eines neuen Stadions zugestimmt.
Die schöne neue Jahn-Welt soll, wie die meisten Neubau-Arenen, außerhalb der Stadt direkt an der Autobahn 93 errichtet werden, möglichst 2014 fertig sein und am Ende Platz für 15 000 Zuschauer bieten. Ein Meilenstein für den Verein. So schnupperte Jahn voller Euphorie schon einmal vorab die Luft des großen Fußballs, nun noch eng eingepfercht zwischen den Brautürmen der Bischofshof-Brauerei und nicht ganz so schönen Fünfzigerjahre-Wohnblöcken.
Für die Heimmannschaft war das Pokalspiel gegen Mönchengladbach ein Riesenerlebnis. Als „schweren Gegner“ hatte Borussia-Trainer Favre Regensburg vorab bezeichnet, eine Mannschaft, bei der gerade einmal vier Spieler überhaupt Zweitliga-Erfahrung vorweisen konnten. Es war der Klassenunterschied, der sich auf dem Platz schon bald bemerkbar machte. Nach einer knappen Viertelstunde ging Borussia in Führung. Marco Reus schlug einen Eckball auf den kurzen Pfosten, Martin Stranzl nickte freistehend ein. Ausgerechnet Stranzl: Der baumlange Verteidiger ist mit Jahn-Torhüter Michael Hoffmann seit Jahren befreundet.
Ein nettes „Geschenk“ des Borussen an seinen alten Kumpel. Und als Marco Reus acht Minuten später seelenruhig durch die Abwehr spazierte und den Ball flach rechts unten ins Tor schob, wurde es bis auf die Gesänge der rund 2500 Borussia-Fans früh still im kleinen Regensburger Rund.
Eine Ruhe, die nicht lange währen sollte. Dafür sorgte Borussia selbst. Denn die Abwehr überzeugte unter den Augen von Peter Hermann, Co-Trainer von Borussias nächstem Gegner Bayern München, nicht immer. Tony Jantschke ließ Michael Klauß laufen. Der wurde von Torhüter Marc-André ter Stegen etwas übermotiviert umgegrätscht – Elfmeter und 1:2 durch Tobias Schweinsteiger. Der große Sturmlauf des SSV Jahn blieb jedoch aus.
Borussia glänzte zwar zu keinem Zeitpunkt, geriet aber auch nicht in Gefahr. Schongang. Und so machte Igor de Camargo in der 70. Minute den Deckel drauf, als er Keeper Hoffmann mit einem sehenswerten Heber überwand.
Für Borussias zweiten und letzten Auftritt im Jahnstadion ein schöner Schlusspunkt.
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