Borussia Mönchengladbach: Borussia offensiv gegen geschwächte Mainzer
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 14.04.2011Die Euphorie war riesengroß trotz des nasskalten Wetters an diesem trüben Frühwinter-Tag. Es war der 13. November 2010, als Borussia im Rhein-Energie-Stadion den Dauer-Rivalen 1. FC Köln bei strömendem Regen mit 4:0 demütigte.
Groß waren auch die Erklärungen nach dem Spiel, die in den Katakomben der Arena zu hören waren. Von neuem Schwung war die Rede, davon, dass nun der Seuchenstart in die Saison vergessen werden sollte. Am Ende war jedoch nichts weniger wahr. Direkt das nächste Spiel gegen den FSV Mainz 05 ging trotz einer 2:1-Führung noch mit 2:3 verloren – genau wie die vier weiteren Hinrunden-Spiele, die noch folgen sollten.
Ein bisschen ähnelt die vergangene Situation der aktuellen rund um den Borussia-Park. 5:1 fegte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre am Sonntag die konsternierten Kölner vom Platz. Und auch nun ist die Hoffnung groß. Auf einen weiteren Dreier – in Mainz. Es wird keine leichte Aufgabe. Auch wenn Mainz seit November kein Heimspiel mehr gewonnen hat. Auch wenn die komplette Innenverteidigung der Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel ausfällt. Und auch trotz des Selbstvertrauens, das die Gladbacher aus dem Spektakel gegen Köln geschöpft haben. "Wir fahren nach Mainz, um zu gewinnen", sagt Trainer Lucien Favre. Er wird die Aufgabe in Mainz wohl erneut mit einer ähnlich offensiven Aufstellung wie gegen Köln bestreiten. "Wir haben die ganze Woche im 4-4-2-System trainiert", sagt der Schweizer.
Heißt dank der verletzungsbedingten Abwesenheit von Igor de Camargo wohl, dass Mike Hanke und Mo Idrissou wieder das Sturmzentrum bilden könnten. Ersterer glänzte gegen Köln durch taktisch hervorragendes Spiel – er leitete mit klugen Zuspielen die ersten drei Tore ein. Dass sich Idrissou in der Schlussminute wieder als Chancentod erwies (er konnte den Ball nicht im leeren Tor unterbringen), scheint Favre derweil nicht weiter zu stören: "Hauptsache ist doch, wir erarbeiten uns die Chancen. Da kann es auch passieren, dass welche vergeben werden." Der Trainer, der sich sonst weitläufig bedeckt hält und ähnliche Sätze wie in vergangenen Wochen sagt (Beispiele: "Wir müssen unsere Punkte holen" sowie "Jeder kann die Tabelle lesen") hat sich nun immerhin frühzeitig auf die Wahl des Torhüters festgelegt: Marc-André ter Stegen wird auch im Stadion am Bruchweg zwischen den Pfosten stehen.
Dabei ist die Ausgangslage sogar ansatzweise positiv: Würde Borussia siegen, würde sie für mindestens 24 Stunden den letzten Platz verlassen, und weil die Konkurrenten Wolfsburg und St. Pauli aufeinandertreffen, wird mindestens einer von beiden Federn lassen. Für wirkliche Zuversicht sind das noch zu viele Konjunktive. Zarte Hoffnung keimt trotzdem wieder auf. Doch das hatten wir alles schon – jetzt ist es an der Mannschaft, die Hoffnung durch Taten zu untermauern.
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