Borussia Mönchengladbach: Borussia testet gegen Aberdeen
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 09.07.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Im Grenzlandstadion trifft der Fußball-Bundesligist heute (15.30 Uhr) auf den früheren Europapokalsieger und schottischen Meister. Doch dessen beste Zeiten liegen lange zurück – genau wie die von Borussia.
Es ist ein Gegner von Format, doch nur die ältesten unter den Fans werden sich heute (15.30 Uhr), wenn Borussia gegen den FC Aberdeen spielt, an das letzte Aufeinandertreffen beider Teams in einem Wettbewerb erinnern. Denn es gab Zeiten, in denen wäre ein Fußball-Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Aberdeen ein europäischer Kracher gewesen. In den Siebzigern zum Beispiel, als die Gladbacher ihren sportlichen Höhenflug feierten.
Damals fand tatsächlich der einzige sportliche Vergleich zwischen den Niederrheinern und den Schotten statt: Im Uefa-Cup-Wettbewerb 1972/1973. 3:2 und 6:3 – nach einem 2:3-Rückstand – gewannen die Borussen damals gegen den Gegner von der Insel. Allein Jupp Heynckes erzielte im Rückspiel drei Treffer – und holte zwei Elfmeter heraus. Es war die Saison, in der Borussia erst im Finale am FC Liverpool scheitern sollte. Um zwei Jahre später den Pokal gegen Twente Enschede zu gewinnen.
Borussia-Personalien
Otsu Für den japanischen Testspieler ist es "sehr, sehr schwer", sagt Favre. "Ich muss auch auf die anderen schauen, sonst mache ich gar kein Training."
Dante Der Verteidiger betont immer wieder, dass er gehen will. Favre reagiert genervt: "Er bleibt. Er hat einen Vertrag."
Zehn Jahre später hätte ein Duell zwischen Gladbach und Aberdeen wahrscheinlich unter umgekehrten Vorzeichen gestanden. In den Achtzigern war der AFC nicht nur die Nummer eins in Schottland (drei Meistertitel), Aberdeen holte 1983 den Europapokal der Pokalsieger. Damals schwang ein späterer Großmeister der Trainergilde das Ruder der Schotten: Sir Alex Ferguson – der Trainer von Manchester United.
Vom Glanz vergangener Tage ist heute nicht mehr viel übrig. Und so werden sich höchstens wenige Tausend Zuschauer im Grenzlandstadion einfinden, wenn beide Teams in der Saisonvorbereitung ihre Form testen. Beim FC Aberdeen spielt heute kein wirklich bekannter Spieler mehr, einzig Trainer Craig Brown war vor vielen Jahren Nationaltrainer Schottlands.
Für Borussia-Coach Lucien Favre ist der Vergleich sowieso nur ein Test – doch er wird ihn anders angehen als die bisherigen drei Freundschaftsspiele. Standen zuletzt immer in den beiden Halbzeiten zwei unterschiedliche Teams auf dem Platz, kündigte Favre nun an, einige Spieler durchaus 60 Minuten spielen lassen zu wollen. Ob Marco Reus dazugehört, ist indes noch fraglich. Der Offensiv-Star brach das Training gestern nach einem Schlag auf den Oberschenkel frühzeitig ab und musste sich untersuchen lassen. Dafür kann jedoch Igor de Camargo wieder spielen. Favre kündigte seinen Einsatz an.
Der Trainer traf einst selber auf den heutigen Gegner. Allerdings nur auf der Bank: Favre war verletzt, als Servette Genf sich 1985 in zwei Spielen gegen Aberdeen durchsetzte. Heute Nachmittag sitzt Favre erneut auf der Bank – doch das Ergebnis wird ihm diesmal egal sein. Testspiel ist Testspiel. Genau hinschauen wird er dennoch.
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