Borussia Mönchengladbach: Borussia und das Endspiel
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 12.05.2011Jeder der Spieler des Fußball-Bundesligisten weiß, worauf es am Samstag beim Hamburger SV ankommt. Mit einem Sieg wäre Borussia mindestens sicher in der Relegation. Doch es ist noch alles möglich.
Fussball Borussia-Park, viertel vor zehn am Mittwochmorgen. Lucien Favre dreht alleine seine Runden auf dem Trainingsplatz. Trainingsbeginn ist erst eine Viertelstunde später. Weshalb das weitläufige Gelände, direkt vor dem Stadion, noch ziemlich verwaist ist. Einige Trainings-Kiebitze sind schon da. Sie warten auf ihre Helden. Und es sind einige mehr als sonst. Noch vor ein paar Wochen, mitten in der Krise, als Borussia schon fast Absteiger war, verloren sich manchmal nur fünf Hartgesottene am Zaun. Heute sind es mehr, viel mehr.
Jeder weiß, was er zu tun hat
Der Mann, der da alleine seine Runden dreht, hat nicht wirklich einen Blick dafür. So wie er sich überhaupt nicht viel aus den "Nebengeräuschen", die der Job in der Fußball-Bundesliga mit sich bringt, macht. Favre fokussiert sich auf seinen Job, Borussia in der Liga zu halten. Er dirigiert seine Mannschaft, im Plan des Maestros hat alles, jeder Spieler, jeder Laufweg, seine Ordnung. Um 9:58 Uhr, als die restlichen Spieler das Trainingsgelände betreten, ist der Gang zur Taktiktafel einer der ersten Schritte. Obligatorisch unter Favre. Auch im Training weiß jeder, was er zu tun hat.
"Tiger" im Fan-Haus
Besuch Die Initiative Borussia stellt sich heute Abend Uhr im Fan-Haus am Borussia-Park Vertretern von Fanklubs vor. Sportdirektor-Kandidat Stefan Effenberg, Präsidenten-Kandidat Horst Köppel und Vize-Präsidenten-Anwärter Georg Hendricks haben zuvor auch ein Gespräch mit dem Vorstand des Fanprojekts um Thomas Ludwig.
Der übergeordnete Job der Mannschaft ist in diesen Tagen ziemlich klar umrissen. Vor Frankfurt bleiben in der Tabelle, am besten auch noch vor Wolfsburg. Dann wäre der Abstieg – zumindest vorübergehend – vermieden. Mit einem Sieg in Hamburg am letzten Spieltag würde Borussia den vierten Erfolg in Serie feiern, das gelang im Abstiegskampf zuletzt der Eintracht aus Frankfurt, damals, 1999 mit dem späten Tor von Jan-Aage Fjörtoft, das die Mannschaft von Jörg Berger auf der Zielgeraden rettete. Auf Borussia wartet ein ähnliches Herzschlagfinale. "Wir brauchen die Punkte dringend", sagt Kapitän Filip Daems. Doch der Belgier erwartet einen schweren Gegner. "Hamburg will die Saison versöhnlich abschließen", mutmaßt er. "Und wir haben bislang noch nichts erreicht."
Was Borussia in den vergangenen Wochen geschafft hat, ist dennoch bereits jetzt aller Ehren wert. So viel, dass einer der Motoren des Erfolgs, Marco Reus, nun endlich sein Debüt für die Nationalmannschaft geben darf. Aller Voraussicht nach wird der 21-Jährige heute von Bundestrainer Joachim Löw für die Länderspiele gegen Uruguay, Österreich und Aserbaidschan nominiert. Doch auch für Reus wird die Priorität vorerst darin liegen, mit Borussia die Klasse zu halten. Gelingt das, kann sich Reus auf die DFB-Elf konzentrieren. Und Favre könnte an der Mannschaft für die kommende Saison tüfteln. Eine schöne Aussicht. Wenn es denn mit dem Sieg in Hamburg klappt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









