Borussia Mönchengladbach: Borussia: "Wir sind nicht klamm"
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 19.07.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Borussia hat kein Geld für teure Zugänge. Der Verein muss noch die Löcher aus der Vorsaison stopfen. Doch Geschäftsführer Stephan Schippers betont, dass der Verein finanziell gesund ist.
Fünf Neue, aber kein Stammspieler – so sieht Borussias bisherige Transferbilanz im Sommer 2011 aus. Die Mannschaft, mit der Trainer Lucien Favre so gerade noch den Abstieg vermeiden konnte, ist auch die Elf für die neue Spielzeit. Und das, obwohl Favre regelmäßig betonte, dass "die Mannschaft in der Rückrunde über ihrem Maximum gespielt" habe.
Doch statt im Sommer das Team gezielt zu verstärken, wurden vergleichsweise kostengünstige Perspektivspieler geholt. Für einen potenziellen Leistungsträger fehlt das Geld. Doch warum? Ist Borussia ein klammer Klub?
"Wir sind nicht klamm, sondern vernünftig", betont Borussias Finanz-Geschäftsführer Stephan Schippers im Gespräch mit der RP. "Die Zahlen sehen nicht schlecht aus. Allerdings haben wir gerade auch keine fünf Millionen auf der hohen Kante." Wohl auch, weil es gilt, das durch die sportlich katastrophale Vorsaison entstandene Loch zu stopfen. Es fehlen rund zwei Millionen Euro der nach Erfolg gestaffelten Fernsehgelder. "Außerdem waren die Wintertransfers, die wir vorab nicht eingeplant hatten, ein Vorgriff auf das Budget der neuen Saison", sagt Schippers.
Transferbilanz 2011/12
Zugänge Lukas Rupp, Matthias Zimmermann, Mathew Leckie, Oscar Wendt, Yuki Otsu
Abgänge Fabian Bäcker, Paul Stalteri, Sebastian Schachten, Christian Dorda, Marcel Meeuwis, Karim Matmour, Jens Wissing, Jean-Sébastien Jaurès, Logan Bailly (ausgeliehen), Michael Fink
Anderthalb Millionen gab Sportdirektor Max Eberl im Januar aus, um den Kader zu sanieren. Dazu kommen die Sommerkäufe, die mit etwa zwei Millionen Euro zu Buche schlagen. Von denen spielt bislang nur Lukas Rupp – weil Juan Arango bei der Copa America aktiv ist.
Heißt: Investitionen in der Größenordnung eines Igor de Camargo (vergangene Saison, vier Millionen) oder Raul Bobadilla ein Jahr zuvor (3,5 Millionen) sind aktuell nicht drin. Das Team steht – "und damit wird gespielt", sagt Schippers. "Das heißt aber nicht, dass wir nicht noch die Augen offenhalten." Bis dahin muss Favre jedoch mit Zugängen wie Yuki Otsu auskommen, den er – zumindest nach eigenem Bekunden – zunächst gar nicht haben wollte.
Nun hofft Borussia darauf, durch mögliche Ablösesummen bei Transfers von Michael Bradley, Mo Idrissou oder Tobias Levels noch Geld einzunehmen. Doch potenzielle Interessenten sind rar. Und die Kronjuwelen des Klubs, Marco Reus und Verteidiger Dante, werden nicht angerührt. Darauf ist der Verein stolz. "Wir konnten unsere Leistungsträger halten, anstatt sie wie früher verkaufen zu müssen", sagt Schippers. "Auch das ist ein wichtiger Schritt für den Verein."
Ein Schritt, der Favre jedoch bei seiner Saisonplanung nur bedingt weiterhilft. Die Abwehr hat der Schweizer stabilisiert, dafür stockt der Offensivmotor. "Ich bin nicht beunruhigt", sagt Favre pflichtschuldig. Doch die Euphorie, die der späte Klassenerhalt mit sich brachte – die ist erstmal verflogen.
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