Borussia: Borussias Funkturm
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 03.02.2010Thomas Kleine ist Michael Frontzecks Mann für die letzten Minuten. Er kommt, wenn Kopfballstärke gefragt ist, um ein Ergebnis zu sichern oder ein Spiel zu drehen. Die letzten sechs Partien mit dem 32-Jährigen brachten 13 Punkte.
Baltes für die U23
Neuer Spieler Borussia hat für die U 23 Benjamin Baltes (26) verpflichtet. Er spielte zuvor für Erzgebirge Aue.
Training Heute und Donnerstag wird 10 und 16 Uhr trainiert. Freitag ist um 10 Uhr Regenerationstraining, das Abschlusstraining am Samstag ist nicht öffentlich.
Thomas Kleine ist gestern zweimal nass geworden. Zunächst morgens beim Regenerationslauf der Borussen, die nach dem anstrengenden Spiel gegen Bremen und zwei freien Tagen wieder auf Trab kommen sollten. Und dann beim Spaziergang mit seinem Sohn Lenn, der trocken blieb, weil er gut verpackt war im Kinderwagen. Kleine, 32, ist keiner, dem schlechtes Wetter etwas ausmacht. "Man muss aus jeder Situation das Beste machen", sagt der Verteidiger. Das tut er. Sechs der letzten acht Bundesligaspiele hat er mitgemacht, auf den ersten Blick eine fast optimale Bilanz. Die Minuten indes, die Kleine tatsächlich auf dem Spielfeld verbrachte, erzählen, welche Rolle er derzeit spielt: 13 waren es, fünf davon zuletzt beim 4:3 gegen Werder. In vier Partien kam Kleine erst in der 90. Minute. Der 1,91-Meter-Mann ist derzeit Borussias "Funkturm" (Sportdirektor Max Eberl) für die letzten Minuten.
Wenn es brennt und eine Führung verteidigt werden muss, dann kommt Kleine. Oder wenn bei einer Schluss-Offensive Kopfballstärke gefragt. Kleine spielt besonnen, das hilft in der Hektik des Augenblicks: 13 Punkte holte Borussia in den sechs Spielen, in denen er am Ende kam. "Mit Thomas hatten wir hinten raus mehr Sicherheit, als Naldo und Mertesacker, die großen Bremer Verteidiger, mit nach vorn kamen", sagte Roel Brouwers nach dem Werder-Spiel.
Der Niederländer hat, was Kleine gern hätte: einen Stammplatz, Brouwers sorgt mit Abwehrchef Dante für die innere Sicherheit im Gladbacher Strafraum. Kleine hat die Rolle als der dritte Mann akzeptiert. "Ich habe meine Einsätze und bin nah dran am Team", sagt er. Trainer Michael Frontzeck hat die Aufgaben klar verteilt. "Ich weiß, wo ich dran bin", sagt Kleine. Der Trainer auch. "Wenn ich den Langen bringe, habe ich ein gutes Gefühl", sagt er.
Spieler wie Kleine oder Roberto Colautti, dessen Vertrag ebenso wie der von Kleine ausläuft, aber auch Marcel Meeuwis, der dritte Sechser hinter Thorben Marx und Michael Bradley, oder Ersatztorwart Christofer Heimeroth murren nicht, sondern trainieren gut und sind voll da, wenn sie gebraucht werden. "Die Spieler, die hinten dran sind, machen einen hervorragenden Job. Auch, weil sie für eine gute Trainingsqualität sorgen", lobt Frontzeck. Wenn sich einige hängen lassen bei den Übungseinheiten, "dann ist das auch schlecht für die Stammspieler", weiß Kleine.
Er ist ein Teamplayer im Sinne des Frontzeckschen Ansatzes: "Jeder im Kader ist wichtig." Ob Kleine und Colautti nächste Saison noch dazu gehören, ist ungeklärt. Es gab noch keine Gespräche, doch beide können sich vorstellen, zu bleiben. "Ich mache mir meine Gedanken, ich will noch vier, fünf Jahre spielen", sagt Kleine. Möglichst natürlich nicht immer nur die letzten Minuten.
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