Borussia Mönchengladbach: Borussias letzte Baustellen
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 01.08.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Borussia gewann souverän gegen den Drittligisten Jahn Regensburg, offenbarte jedoch noch ein paar Schwächen. Trainer Lucien Favre nahm seine Mannschaft in Schutz – will in den kommenden Tagen aber hart arbeiten.
Regensburg Kritk? Nein, die wollte Lucien Favre erst gar nicht aufkommen lassen. "Wir haben das Spiel dominiert", sagte Borussias Trainer zum Pokalerfolg beim Drittligisten Jahn Regensburg. "Wir waren fast nie im Gefahr. Das ist auch gegen einen Drittligisten nicht einfach." Letztlich muss hier das Fazit tatsächlich lauten: Der Sieger hat recht. Denn nachdem, Stand Sonntag Abend, vier Erst- sowie vier Zweitligisten aus dem Pokalwettbewerb ausgeschieden sind, wirkt Borussias über weite Strecken souveräner Sieg fast wie ein Glanzlicht.
Jedoch nur fast. Denn das Spiel beim Drittligisten offenbarte durchaus noch einige Baustellen in Borussias Mannschaft. So stand die Defensive vor allem in der Anfangsphase ein paar Mal etwas wackelig. Ein Umstand, den Martin Stranzl plausibel zu erklären versuchte. "Wir standen sehr hoch, wollten den Gegner früh attackieren", sagte der Österreicher. "Wenn wir dann jedoch blöde Ballverluste in der Offensivbewegung erleiden, sehen wir nicht gut aus." Gut, dass Borussia am kommenden Sonntag Woche gegen Bayern München deutlich weiter hinten stehen wird.
Der Zeitplan
Training Die Mannschaft hat heute noch frei, trainiert morgen um zehn Uhr am Borussia-Park
Spiel Sonntag, 17.30 Uhr, Allianz-Arena: Bayern München - Borussia
Auslosung der zweiten Polakrunde: Samstag im Rahmen der Sendung "Samstag live" auf Sky
Pokal Die zweite Runde findet am 24. und 25. Oktober statt
Doch das mit den Ballverlusten, das ist auch Trainer Favre ein Dorn im Auge. Dem Taktiker, der so viel Wert auf Ballbesitz, schnelles Umschalten und spielerische Klasse legt. "Wir haben auch zu wenig Tempo gezeigt", bemängelte Kapitän Filip Daems. Ein Umstand, der teilweise gewollt war. Denn durch das Hin- und Herschieben des Balles kontrollierte Borussia die Partie, setzte vorne immer mal wieder ein paar Nadelstiche.
Vor allem Marco Reus wirbelte immer wieder durch die Regensburger Defensive. Die hundertprozentige Abstimmung im Angriff fehlt jedoch noch. Denn wirklich viele Chancen auf weitere Treffer boten sich der Borussia nicht mehr. Reus stand vor der Pause alleine vor Torhüter Michael Hoffmann, nach dem Wechsel boten zwei Freistöße die Gelegenheit, die Führung auszubauen.
Beruhigend ist, dass Borussia ein paar Stützen hat, auf die sie schon zu diesem frühen Saisonzeitpunkt bauen kann. Marc-André ter Stegen patzte einmal, verursachte dabei einen Elfmeter. "Ich habe ihn leicht erwischt", sagte der Torwart entschuldigend. "Weil ich vorher weggerutscht bin. Das hat der Stürmer dankend angenommen – aber das ist normal." Ansonsten spielte der 19-Jährige tadellos.
Genau wie Martin Stranzl, der sogar als Torschütze glänzte. "Das war kurios, so mit dem Hinterkopf zu treffen", sagte der 31-Jährige. "Aber egal. Hauptsache, der Ball war drin." Hinten dirigiert Stranzl die Abwehr. Das muss er auch, denn die Nebenleute erreichen noch nicht ihre Top-Form.
Es sind noch ein paar Baustellen, die Trainer Favre beheben muss. "Das ist normal. Zu diesem Zeitpunkt ist noch keiner bei 100 Prozent", sagt er. Sechs Tage hat Favre noch dafür. Dann kommt Bayern.
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