Borussia: Borussias neuer Rückhalt
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 10.04.2011 - 20:15Marc-André ter Stegen zeigte beim 5:1 im Derby gegen Köln, warum er der Gladbacher Torhüter der Zukunft ist. Der 18-Jährige spielte souverän und unaufgeregt – und hielt glänzend gegen Nationalstürmer Podolski.
Marc-André ter Stegen möchte kein Lautsprecher sein. Dennoch musste er ans Mikrofon. Der neue Torhüter Borussias, der doch schon so lange im Verein ist, musste nach dem 5:1-Sieg im Derby gegen den 1. FC Köln ans Megafon – die Humba wurde erwartet. Ter Stegen brachte die Fans souverän zum Hüpfen. Genau so souverän präsentierte er sich die 90 Minuten zuvor im heißen Derby. "Ich habe das Vertrauen der Zuschauer in jeder Sekunde gespürt", sagte der Torhüter hinterher. Bei jeder gelungenen Aktion des 18-Jährigen hagelte es Applaus von allen Seiten. Das machte ter Stegen noch sicherer.
"Er hat sehr gut gespielt"
So prasselte viel Lob auf den jungen Rheydter ein. Von seinem Trainer zum Beispiel. "Er hat sehr gut gespielt", lobte Lucien Favre. "In den heiklen Situationen hat er dazu beigetragen, das Spiel zu beruhigen." In der Tat. Ter Stegen strahlte eine Ruhe aus, die fast schon ein wenig übertrieben lässig war. Einmal war er etwas zu cool, als er vor der Pause den Kölner Novakovic aussteigen lassen wollte. Ter Stegen wackelte leicht – doch die Szene ging gut. Außerdem stand es da schon 3:0 für die Hausherren. "Da habe ich beinahe den Ball verloren", sagte er selbstkritisch.
Es war der einzig schwächere Moment des 18-Jährigen. In der ersten Hälfte bekam der Keeper nicht viel zu tun, zeigte sich bei zwei Eckbällen jedoch äußerst abgeklärt. Richtig stark zeigte er sich dann nach dem Seitenwechsel, als Borussia für knapp eine Viertelstunde schwächelte. "Da hat er ein paar wichtige Dinger rausgeholt", sagte Mike Hanke, der mit drei Vorlagen zu den ersten drei Treffern ebenfalls einen großen Teil zum Sieg beitrug.
Beim Gegentreffer machtlos
Gegen Lukas Podolski zeigte ter Stegen die wohl größte Parade des Spiels. Der Nationalstürmer konnte über die linke Seite Richtung Tor stürmen, ter Stegen warf sich dem Kölner entgegen, stoppte den Schussversuch. Dass das Gegentor zum 3:1 kurz darauf noch fiel, war nicht die Schuld des Keepers. Tat aber auch bei einem 5:1-Endergebnis nicht mehr groß zur Sache.
Auf seinen ersten Einsatz im Borussia-Dress in der Bundesliga hatte ter Stegen indes lange warten müssen. Vor ein paar Wochen war er nahe dran, aber dann setzte ein Muskelfaserriss den 18-Jährigen für einige Wochen außer Gefecht. Nun erfuhr der Rheydter beim Samstags-Training von seiner Nominierung. Die längst überfällig war. "Dass ich ausgerechnet im Derby ran durfte, war eine große Ehre für mich", sagte ter Stegen, der mit seiner Leistung gegen Köln hat ter Stegen seinen Einsatz mehr als gerechtfertigt hat. Er ist Borussias Torhüter der Zukunft. Egal, ob in der Ersten oder der Zweiten Liga. Das weiß auch Trainer Favre. "Ich habe mich für ihn entschieden, weil ich gespürt habe, dass er Selbstvertrauen hat", sagt der Schweizer. "Außerdem ist er einfach gut."
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