Borussia Mönchengladbach: Borussias schwieriger Sommer
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 22.07.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Am Samstag (15.30 Uhr, Borussia-Park) bestreitet der Fußball-Bundesligist das letzte Testspiel der Vorbereitung. Doch von der Klärung aller offenen Fragen ist die Führungsriege um Trainer Lucien Favre und Sportdirektor Max Eberl noch ein gutes Stück entfernt.
Noch ein Testspiel bis zum Ernstfall. Ein Spiel noch, in dem Borussias Trainer Lucien Favre Dinge ausprobieren kann. Ein letztes Spiel, in dem die Akteure sich empfehlen können. Der Vergleich mit Premier-League-Klub AFC Sunderland (morgen, 15.30 Uhr, Borussia-Park) ist der Härtetest vor dem Saisonstart, der für Borussia das Pokalspiel in Regensburg (29. Juli) bereithält.
Die Stammelf ist fast identisch
Für ein abschließendes Vorbereitungs-Fazit ist es vor dem letzten Testkick noch zu früh. Dennoch lassen sich bereits ein paar Dinge ableiten. Dass Lucien Favre auf Bewährtes setzt – oder setzen muss – zum Beispiel. Die Stammelf der Borussia ist annähernd die gleiche wie in der Fast-Abstiegssaison zuvor. Entweder vertraut Favre seinem Personal, mit dem alleine er in der Rückrunde 20 Zähler holte. Oder es stehen schlichtweg noch keine Alternativen zur Verfügung.
FC Sunderland
Spieler der "Reds" Regelmäßigen Beobachtern der Champions League dürften zwei Spieler des FC Sunderland sehr bekannt sein: John O'Shea und Wes Brown kamen für sechs Millionen Euro von Meister Manchester United.
Testspiel Das letzte Testspiel Sunderlands endete 1:3 gegen Hannover 96. Zuvor: 1:1 gegen Bielefeld.
Denn die Figur, die Borussia auf dem Transfermarkt in diesem Sommer abgibt, ist bislang eher unglücklich. Zu viel lief schief, zu oft widersprachen sich Akteure der sportlichen Leitung selbst oder gegenseitig. Laut Favre ist die Kaderplanung nun vorerst abgeschlossen.
In Oscar Wendt kam nur ein erfahrener Mann – der aber an Mannschaftskapitän Filip Daems auf der linken Seite nicht vorbeikommt. Rechts spielen dafür zwei ganz Junge um einen Platz: Tony Jantschke und Matthias Zimmermann. Eine mutige Entscheidung von Favre und Sportdirektor Max Eberl.
Der Klub würde sicherlich gerne noch auf dem Transfermarkt tätig werden. Doch solange Borussia die als nicht benötigt eingestuften Akteure Mo Idrissou und Tobias Levels und den immer noch wechselwilligen Michael Bradley nicht verkaufen kann, sind Eberl finanziell die Hände gebunden.
So stehen die Drei weiterhin im 25-köpfigen Aufgebot. Das könnte für Reibung sorgen. Denn egal, wie sauber die Angelegenheiten intern auch geklärt wurden – in den Fällen Idrissou und Levels wirkt es für die Außenwelt wie eine Ausbootung. Da tut es nicht mehr zur Sache, ob die Initiative zur möglichen Trennung vom Spieler (Levels, Bradley) oder vom Verein (Idrissou) ausgeht.
Yuki Otsu startet ebenfalls nicht unbelastet in seine Gladbacher Zeit. Vielleicht ist es ganz gut, dass der Japaner kein Deutsch spricht. Sonst würde er angesichts Favres früherer Äußerungen wie "Ich glaube nicht, dass er uns weiterhelfen kann" sicherlich keine Selbstvertrauens-Schübe bekommen.
Sturm-Zugang Mathew Leckie zeigte überzeugende Ansätze, doch Borussia kann trotzdem nicht auf ihn bauen – der Australier muss mit seiner U20-Nationalmannschaft zur WM nach Kolumbien und fehlt den kompletten Saisonauftakt.
Bleibt noch Joshua King. Das Offensivtalent soll für ein Jahr ohne Kaufoption von Manchester United ausgeliehen werden. Dann verletzte sich King, Borussia erfuhr erst Wochen später davon. Nun soll der Norweger im August zu Borussia stoßen. Doch was bringt einer, der nach einem Jahr garantiert weg ist, dem Verein? Trainer und Sportdirektor haben noch viel Stoff zum Nachdenken. Auch über das letzte Testspiel hinaus.
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