Borussia: Coulibalys Premierentor
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 17.12.2007Der Malier befolgte die Anweisung von Jos Luhukay und schoss Borussia gegen den SC Paderborn in Führung. Am Ende reichte es für den Herbstmeister dennoch nur zu einem Punkt. Auch, weil Rob Friend vorzeitig duschen musste.
Rob Friend sieht nicht gerade aus wie ein böser Bube. Im Gegenteil. Obwohl der Kanadier aus dem Land der Holzfäller kommt, wirkt er, als könne er keiner Fliege etwas zu Leide tun. Ihm in der richtungsweisenden Szene des letzten Borussen-Heimspiels des Jahres gegen den SC Paderborn, welches schließlich 1:1 (0:0) endete, Absicht zu unterstellen, wäre nicht korrekt.
Nach einer Flanke von Sascha Rösler rasselte der baumlange Friend in der kalten Luft des Strafraums im Borussia-Park mit Torhüter Lukas Kruse zusammen. Dieser blieb minutenlang am Boden liegen, woraufhin Schiedsrichter Helmut Fleischer dem freundlichen Friend nach seinem zweiten Foulspiel die Gelb-Rote Karte zeigte. In Überzahl gelang den Gästen aus Ostwestfalen doch noch der – wenn auch mehr als verdiente – Ausgleich.
Hinserien-Bilanz
Tore: 36 (bester Angriff der Zweiten Bundesliga).
Torschützen: Rob Friend (10), Oliver Neuville (7), Sascha Rösler (6), Patrick Paauwe, Nando Rafael (je 3), Roel Brouwers, Marcel Ndjeng (je 2), Roberto Colautti, Filip Daems, Soumaila Coulibaly (je 1).
Platzverweise: 2 (Marcel Ndjeng, Rob Friend).
Eine übertriebene Entscheidung
„Das war absolut kein Foul von Rob“, verteidigte Oliver Neuville seinen Sturmpartner nach dem Unentschieden, mit welchem Borussia die Hinrunde beendete. „Das war sehr gut geschauspielert vom Torhüter und eine übertriebene Entscheidung vom Schiedsrichter“, meinte der Nationalstürmer, der fortan ohne seinen großen Mitspieler auskommen musste. Nur wenige Minuten vor dem Platzverweis hatte Soumaila Coulibaly den einzigen Treffer Borussias erzielt – angesichts von nur neun Toren der Gäste in zuvor 16 Spielen eine fast schon beruhigende Führung. Der Malier war nach einer schwachen ersten Halbzeit für Marko Marin gekommen und zeigte sofort, warum Trainer Jos Luhukay ihn gegen das Abwehr-Bollwerk Paderborns brauchte.
Während die ersten beiden Schüsse Coulibalys noch am Gehäuse vorbei strichen, packte der 29-Jährige zehn Minuten nach seiner Einwechslung den Hammer aus. Den selbst herausgeholten Freistoß knallte er mit einem satten Linksschuss vorbei an der Mauer in die Maschen. „Ich habe dem Trainer gesagt, dass ich irgendwann mein erstes Tor machen werde“, sagte Coulibaly nach seiner Erfolgs-Premiere im schwarz-weiß gestreiften Dress. Sein Tor gegen Offenbach war vor drei Wochen abgepfiffen worden. „Der Trainer hat mir gesagt, dass ich alle Freistöße schießen soll. Irgendwann würde bestimmt mal einer reingehen.“
Ähnlich wie in einer ereignisarmen ersten Halbzeit („Da sind wir nicht so richtig ins Spiel gekommen“, sagte Neuville) ließ sich Borussia auch nach dem Platzverweis wieder mehr hinten rein drängen.
„Wir haben nicht die Leistung der vergangenen Wochen gezeigt“, resümierte Filip Daems, der sich ebenso wie seine Mitspieler aber nur kurz über den Punktverlust ärgerte. „Schließlich haben wir nur ein Spiel verloren und sind seit 14 Spielen ungeschlagen“, wies Sascha Rösler noch einmal auf die Bilanz der Hinserie hin. „Das ist schon sensationell.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









