Borussia: Dante, der fröhliche Brasilianer
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 19.12.2009 - 10:28Wenn Dante Bonfim Costa Santos, kurz Dante, lacht, dann ist er ganz Brasilianer. Dieses Lachen ist Samba: fröhlich, ausgelassen, ein wenig kindlich. Dazu der Rehblick. Und die lustige Wuschelfrisur. Mit der hätte der Verteidiger von Borussia Mönchengladbach bei der WM 1974 mitspielen können. Paul Breitner trug einen solchen Look, aber auch ein Landsmann Dantes: Jairzinho, ein Star der Selecao jener Tage.
Dante gleicht dem Stürmer, der Frisur wegen und im Bewegungsablauf. Und ein Torjäger-Gen hat er ebenfalls. Vier Treffer hat der 26-Jährige für Borussia erzielt, darunter das wichtigste der vergangenen Saison: Sein Kopfball zum 1:0-Sieg bei Energie Cottbus in letzter Minute war die Rettung vor dem Abstieg. Seither liebt ganz Gladbach Dante.
Das war nicht immer so. Ansatzweise hat seine Geschichte etwas von der des Wanderers in der "Göttlichen Komödie", die der italienische Dante, Alighieri mit Hausnamen, im 14. Jahrhundert dichtete. Dante musste durch die Hölle gehen, bevor er geläutert wurde, und bewies, warum der damalige Trainer Hans Meyer ihn "den wichtigsten Wintereinkauf" nannte.
Kurz nachdem der Südamerikaner im Januar aus Lüttich gekommen war, verletzte er sich, fehlte wochenlang und brauchte danach Zeit, um sich an die Bundesliga zu gewöhnen. Nicht wenige unkten, die 2,5 Millionen Euro Ablöse seien nicht gut investiert. Denn der 26-Jährige hat, was viele Abwehrspieler aus Brasilien haben: eine gewisse Lässigkeit bei der Arbeit. Flapsigkeiten sorgten öfter für Gefahr.
Nun aber ist er das, was er sein will: "Ein Führungsspieler, der Borussia hilft". Er räumt rigoros auf, ist konzentriert, er organisiert und ist geradeaus. "Das ist wichtig. Meine Kollegen haben das akzeptiert." Mit dem Niederländer Roel Brouwers (verlängerte gestern bis 2012) bildet er ein funktionierendes Innenverteidigerpaar. Dantes öffnende Pässe aus der Tiefe sind ebenfalls ein Markenzeichen.
Beim 1:0 gegen Schalke flog sein 50-Meter-Anspiel Marco Reus in den Lauf, der Jüngling traf siegbringend. Dante brachte mit seinem brachialen Kopfstoß zum 2:2 in Hamburg den 3:2-Erfolg auf den Weg. Er ist nun wer, in Gladbach. Und das nicht nur wegen seines Lächelns. Er ist der Abwehrchef, und einer der Köpfe, die für Borussias Aufschwung stehen.
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