Borussia Mönchengladbach: Dante vor dem Abflug
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 19.04.2011Der brasilianische Innenverteidiger wird in der kommenden Saison wohl nicht mehr im Borussia-Park spielen. Hamburg, Bayern und Stuttgart sollen interessiert sein. Präsident Rolf Königs schließt derweil einen Rücktritt aus.
München, Hamburg, Leverkusen, Stuttgart – oder doch Marseille oder Sevilla? Borussias Innenverteidiger Dante kann sich seinen neuen Arbeitgeber aussuchen. Denn die Klubs stehen Schlange für den Brasilianer in Diensten des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga. Freimütig bekannte der 27-Jährige zuletzt, einige Anfragen von prominenten Vereinen zu haben.
Dabei hat Dante bei der Borussia eigentlich noch einen Vertrag bis 2014 – der auch im immer wahrscheinlicheren Falle des Abstiegs Bestand haben wird. Doch die Hamburger "Morgenpost" will ihn bereits am Wochenende zu Verhandlungen in der Hansestadt erwischt haben, schrieb sogar, welche Kleidung der "Struwel-Brasilianer" in welchem Lokal getragen haben soll. Fakt ist jedoch: Dante war mit Familie und Mannschaftskamerad Anderson zu einem Kurztrip nach Paris gereist – Besuch im Disneyland inklusive. "Dann muss ich wohl einen Zwilling haben", sagte Dante, der entnervt beteuerte, nicht in Hamburg gewesen zu sein.
Das Training
Trainer Lucien Favre ließ seine Mannschaft gestern zu Fußballtennis und einem lockeren Auslaufen antreten.
Der lange verletzte Igor de Camargo war auch dabei. Ganz fit sah er nicht aus: Immer wieder packte sich der Brasilianer an den Rücken. Sein Einsatz am Samstag gegen Dortmund ist fraglich.
Borussias Problem jedoch ist, aktuell kaum Argumente im Kampf um den Verbleib des beliebten Brasilianers zu haben. Steigt Borussia ab, geht es wohl nur noch um die Höhe der Ablösesumme – im Gespräch sind rund fünf Millionen Euro. Doch selbst im Falle des Klassenverbleibs wird es für Sportdirektor Max Eberl schwer, den Verteidiger, mit dem Borussia 20 ihrer 26 Punkte holte, am Niederrhein zu halten – zu finanzstark ist die Konkurrenz, zu interessant die sportliche Perspektive an Isar, Elbe oder gar im Ausland. Der einzige Vorteil des Klassenerhalts im Falle Dante wäre wohl, die Ablösesumme noch etwas in die Höhe treiben zu können.
Hinter den Kulissen verpasst Borussias Führungsriege den Diskussionen rund um die Mitgliederversammlung, die am 29. Mai stattfinden soll, derweil neue Nahrung. "Ich bin bis 2013 gewählt, und der Königs bleibt auch bis 2013. Und wenn nichts dazwischen kommt, habe ich auch vor, noch länger zu bleiben", sagte Präsident Rolf Königs in einem Beitrag für den WDR. "Auch im Fall des Abstiegs bleibe ich selbstverständlich im Amt, da ich Verantwortung übernommen habe und zu der Sache stehe."
Vizepräsident Rainer Bonhof versicherte, er habe "noch nie an Rücktritt gedacht. Ich habe so viele Spiele verloren, aber ich bin auch immer wieder aufgestanden, also warum soll ich da in unserer Situation, die sicherlich schwierig ist, zurücktreten? Jetzt heißt es, zusammen die Dinge in eine positive Richtung zu pushen", sagte er. Und Sportdirektor Eberl versicherte: "Ich laufe nicht weg." Königs betonte: "Das Stadion ist unser Star. Nun müssen wir wieder sehen, mehr Stabilität reinzukriegen." Der Verlust eines Führungsspieler wie Dante würde dazu sicherlich nicht beitragen.
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