Borussia Mönchengladbach: Das Gefühl, Ersatz zu sein
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 17.11.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Für Marco Reus ist es im DFB-Team eine neue Erfahrung, Roel Brouwers erlebt es bei Borussia öfter: das Warten auf den Einsatz. Über des Stürmers Zukunft wird wild spekuliert, der Verteidiger wird wohl bald in Gladbach verlängern.
Fussball Für Marco Reus ist es eine neue Erfahrung. 82 Minuten musste der Borusse warten, bevor er mitmachen durfte beim tollen 3:0 der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande. "Das Gefühl ist schon komisch, wenn man im Verein immer spielt und sich dann im Nationalteam hinten anstellen muss. Aber das gehört zum Entwicklungsprozess dazu", sagte Reus. Natürlich hätte er in seinem dritten Länderspiel gern etwas länger gespielt als nur acht Minuten, "aber das ist eben so". Dass es immer wieder Gerüchte um seine Zukunft gibt – neuerdings soll er sich mit dem Rekordmeister schon auf eine künftige Zusammenarbeit geeinigt haben – lässt Reus kalt. "Bayern ist ein toller Verein, ja. Aber für das, was geschrieben wird, kann ich nichts. Ich fühle mich wohl hier und schaue nicht darauf, was in einem halben Jahr ist", sagt Reus.
Erfolgreich
21 Patrick Herrmann und Tony Jantschke siegten mit der U 21 des DFB 3:0 auf Zypern. Die Teilnahme an der EM ist so gut wie sicher.
Juan Arango Als Kapitän führte der Borusse Venezuela zum 1:0-Sieg gegen Bolivien. Zurück in Gladbach wird Arango am Freitag sein. Damit er fit für das Bremen-Spiel ist, "wird er nicht viel trainieren, sondern sich ausruhen", sagte Trainer Lucien Favre.
Roel Brouwers tut das schon. Der niederländische Verteidiger hat klare Zukunftspläne – bei Borussia. "Ich will gern hierbleiben, der Verein will weiter mit mir arbeiten", sagt Brouwers, der schon seit 2007 Borusse ist. Er hofft, dass die entsprechenden Unterschriften bald erledigt werden können. Dann hätte er Planungssicherheit, möglichst für die nächsten zwei Jahre, und könnte sich ganz auf Borussia und auch sein privates Glück konzentrieren. Für den 22. Dezember ist die Geburt seines ersten Kindes ausgezählt. Ein Junge wird es, "und einen Namen haben meine Freundin Saskia und ich schon ausgesucht. Aber verraten wird nichts", sagt Brouwers.
Was für Reus beim DFB eine neue Erfahrung ist, erlebt Brouwers bei Borussia öfter: das Warten auf den Einsatz. In sechs von zwölf Spielen war er dabei, "und ich war zufrieden mit meinen Leistungen". Tatsächlich machte Brouwers gute Arbeit, wenn er die Chance bekam. Dennoch ist er nur Verteidiger 1c hinter Abwehrchef Stranzl und Dante. Als Stranzl verletzt war, spielte Brouwers, dann aber war er leicht verletzt und wieder draußen. "Ich muss auf die nächste Chance warten, aber der Trainer weiß, was er an mir hat", sagt Brouwers.
Das 0:3 "seiner" Holländer hat er natürlich gesehen. "Die Abwehr stand nicht sehr sicher", fand er. Dennoch sieht er für sich keine Perspektiven im Oranje-Team. Vor der WM 2010 in Südafrika war er im Gespräch, aber es wurde nichts aus diesem Traum. "Ich werde am 28. November 30, ich glaube nicht, dass ich noch mal eingeladen werde. Schön wäre es, aber man muss realistisch sein", sagt Brouwers, Er denkt nicht an die EM 2012. Für Marco Reus indes ist die EM natürlich ein konkretes Ziel. Zwar ist er im DFB-Team noch Ersatzmann, jedoch einer mit guten Perspektiven. "Erst mal spielen wir aber Samstag gegen Bremen. Und darauf freue ich mich", sagt Reus.
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