Borussia Mönchengladbach: Dauerbrenner Neustädter
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 15.12.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Der 23-Jährige ist der einzige Akteur im Borussia-Kader, der 2011 alle Pflichtspiele bestritten hat. Am Sonntag spielt Gladbach gegen den FSV Mainz 05 – dort feierte Neustädter seinen Durchbruch als Profi-Fußballer.
Fussball Er ist immer da. 37 Pflichtspiele hat Borussia bislang im Kalenderjahr 2011 bestritten – und 37 Mal stand Roman Neustädter in der Startformation. Der 23-Jährige ist ein Dauerbrenner. Niemand sonst aus Borussias Mannschaft verpasste in diesem Jahr kein Pflichtspiel. Und 2011 ist noch nicht vorbei. Zwei Partien werden noch dazukommen. Das erste am Sonntag gegen seinen Ex-Klub FSV Mainz 05.
"Das Spiel hat keine große Bedeutung mehr für mich", wiegelt der Mittelfeldakteur sofort ab. "Ich habe mit Mainz abgeschlossen." Bis 2009 stand Neustädter in der Hauptstadt von Rheinland-Pfalz unter Vertrag, absolvierte dort 16 Zweitliga-Auftritte. "Klar, das erste Spiel gegen Mainz war besonders, schließlich bin ich dort zum Profi geworden", sagt der 23-Jährige. "Aber inzwischen ist das normal geworden." Genau so normal wie die Tatsache, dass Neustädter bei Borussia im defensiven Mittelfeld die Regie führt. Er läuft in schöner Regelmäßigkeit die meisten Kilometer im Spiel, ackert und kämpft. Und hebt nicht ab. "Ich habe mir einen Stammplatz erkämpft. Aber ich weiß, dass die Entwicklung weitergehen muss. Ich bleibe bodenständig."
Reus mit Spezialschuh
Test Marco Reus hat gestern erstmals seit seinem Zehenbruch wieder trainiert. Er absolvierte eine Einheit mit Physiotherapeut Andy Blum. Ob Reus am Sonntag gegen den FSV Mainz 05 antreten kann, ist noch unklar. Reus: "Man muss jetzt schauen, ob es beim Laufen geht, wie es beim Schießen und bei den Richtungswechseln ist."
Zum Lernprozess gehören für ihn auch Spiele wie die Niederlage in Augsburg. Die bittere 0:1-Niederlage nagte an der Mannschaft. "Ich habe nur traurige Gesichter gesehen", berichtet Neustädter. "Aber das ist vorbei. Wir denken positiv." Über das Gerede von einer kleinen Krise nach nur einem Punkt aus zwei Spielen kann der 23-Jährige jedenfalls nur Lachen. "Krise? Vergangene Saison waren wir in einer Krise. Dagegen ist das hier gar nichts."
Der Borusse gewinnt der Pleite in Augsburg sogar Positives ab. "Das ist auch eine Frage der Spielweise", findet Neustädter. "Wir sehen gut aus gegen Mannschaften, die mitspielen wollen. Weil wir kompakt stehen, gut in der Balleroberung sind und jede Lücke nutzen. Gegen Teams, die sich hinten rein stellen, haben wir Probleme. Aber auch das wird uns nicht mehr passieren. Das haben wir jetzt in Augsburg gelernt. Und das wird uns jetzt helfen."
So professionell Neustädter an die Sache herangeht – so ganz "normal" ist das Spiel für ihn dann doch nicht. Er kennt Trainer Thomas Tuchel ("Das ist ein Guter"). Und zu einigen Spielern hat er auch noch Kontakt. Mit Elkin Soto schickt sich Neustädter ab und an SMS hin und her. Vor dem Spiel jetzt zwar noch nicht, "aber das wird sicherlich noch kommen". Inhalte werden nicht verraten. Aber klar ist, wer vor dem Spiel Oberwasser haben dürfte. "Das Jahr war einfach großartig", sagt Neustädter, der seinen Vertrag bei Borussia voraussichtlich verlängern wird. "Und diese Leistung wollen wir jetzt mit einem Sieg gegen Mainz vergolden." Mit Roman Neustädter in der Startformation. Logisch – er ist ja ein Dauerbrenner.
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