Borussia Mönchengladbach: De Camargo fällt lange aus
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 11.10.2011 - 13:22Mönchengladbach (RP). Es ist nicht lange her, da war Igor de Camargo guter Dinge. Gerade hatte seine Rückenverletzung auskuriert und beim Hamburger SV das 1:0-Siegtor erzielt. „Ich bin ein optimistischer Spieler. Ich hoffe, dass ich jetzt verletzungsfrei bleibe und weiter meine Tore machen kann“, sagte der Brasilianer mit belgischem Pass.
Eben dieses Ausweispapier ist nun der Grund, warum de Camargo wieder lange ausfallen wird, möglicherweise wochenlang. Er ist nämlich belgischer Nationalspieler und zog sich im Training der Auswahl einen Teilabriss des Innenbandes im linken Knie zu. Am Montag reiste er zurück nach Gladbach und da wurde das ganze Ausmaß der Verletzung festgestellt.
Das Spiel der Belgier gegen Deutschland am Dienstagabend ist damit sowieso passé für de Camargo, und auch die nächsten Spiel der Borussen. „Igor hat sehr viel Pech, er wird länger fehlen. Eine Operation ist aber keine Thema“, sagte Trainer Lucien Favre am Dienstagvormittag.
De Camargo ist der große Pechvogel Borussias. In der vergangenen Saison fehlte der Stürmer drei Monate lang, hatte danach immer wieder kleiner Blessuren, auch in der Endphase des Abstiegskampfes. Da war er dann aber rechtzeitig fit, um als Joker das wertvolle Siegtor im ersten Relegationsspiel gegen Bochum zu machen.
In dieser Saison bescherten die beiden Treffer in München und beim HSV den Borussen zwei wichtige 1:0-Auswärtssiege. Trainer Lucien Favre muss nun also seinen Angriff wieder umbauen. Als de Camargo zuletzt fehlte, war Raúl Bobadilla an der Reihe, der wuchtige Argentinier bildete mit Mike Hanke das Angriffsduo.
Vermutlich wird Bobadilla auch am Samstag gegen Leverkusen spielen. Allerdings hat auch der von Manchester United ausgeliehene Joshua King wieder im Training, der Norweger hat seine Rückenprobleme überwunden. Der Australier Mathew Leckie, ebenfalls eine Offensiv-Alternative ist noch angeschlagen.
Eine andere Option, die Favre schon nutzte, ist, Marco Reus nach vorn zu ziehen und den rechten Flügel neu zu besetzen. Da kämen Patrick Herrmann und Lukas Rupp in Frage.
So oder so: Der im Sommer 2010 für vier Millionen Euro verpflichtete de Camargo bleibt Borussias Sorgenkind. Manch ein Fan regt in den Debattierrunden im Internet sogar schon an, im Winter einen neuen Angreifer zu verpflichten, eben weil de Camargos Verletzungspech nicht abreißt.
Derlei Gedanken hat Sportdirektor Max Eberl indes nicht. „Es ist sehr schade, dass Igor wieder ausfällt, er ist ein weichtiger Spieler für uns. Aber es gibt nie eine Garantie, ob ein Spieler gesund ist und bleibt. Wir haben genug Alternativen im Kader, das aufzufangen“, sagte Eberl unserer Redaktion.
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