Borussia Mönchengladbach: De Camargo fällt wieder aus
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 10.03.2011Der Schrei hallte gegen zehn vor elf über das Trainingsgelände am Borussia-Park. Igor de Camargo war es, der am Boden lag, sich das linke Bein hielt. Ausgerechnet Igor de Camargo, der beste Spieler auf dem Platz beim Sieg gegen Hoffenheim, der Saison-Toptorjäger der Borussia mit sieben Treffern.
Ausgerechnet Igor de Camargo, der mit einem Bollerwagen vom Platz gefahren werden musste und mit einer schweren Innenbanddehnung im linken Knie nun voraussichtlich zum dritten Mal in dieser Saison ausfallen wird.
Diesmal keine Wunderheilung?
Der 27-Jährige gilt als extrem verletzungsanfällig. Die ersten Saisonspiele verpasste der Brasilianer wegen einer langwierigen Verletzung am Sprunggelenk. Erst Anfang November gegen Bayern München zeigte de Camargo ein tolles Spiel, kämpfte aber dennoch häufig mit seiner Form.
Im Januar hatte er sogar das Glück einer "Wunderheilung": zwei bis drei Wochen sollte de Camargo wegen einer Kapselverletzung ausfallen – am Ende fehlte der Stürmer mit belgischem Pass jedoch nur ein paar Tage. Damals schob der Angreifer seine schnelle Genesung auf die gute Pflege seiner Frau.
Ob er dieses Mal erneut so schnell auf den Platz zurückkehrt, ist indes fraglich. Borussia berichtet von "mehreren Wochen" Ausfallzeit. Für die Mannschaft ist das Fehlen de Camargos, der in den vergangenen Spielen eine stetig aufsteigende Formkurve vorweisen konnte, indes ein herber Rückschlag. Für ihn würde wohl Mo Idrissou in den Sturm rücken – unter Lucien Favre gerne zweiter Mann im Sturmzentrum.
So könnte Marco Reus den langen Kameruner als hängende Spitze unterstützen, womit der Platz auf der rechten Außenbahn erneut für Patrick Herrmann frei wäre. Auch Mike Hanke wäre eine Option – der Stürmer kämpft jedoch immer noch mit den Nachwehen einer Grippe.
Auch ohne Igor de Camargo wird Borussia in Bremen unbedingt um den Sieg kämpfen müssen. "Ich denke schon, dass es ein Schicksalsspiel ist", sagt Mittelfeldspieler Michael Fink. "Wir haben jetzt in Bremen und Kaiserslautern zwei Gegner, die wir schlagen müssen. Danach haben wir nicht mehr so viele Gelegenheiten, zurückzukommen."
Für die Mannschaft ist jedoch klar, dass ein Erfolg in Bremen Pflicht ist. "Das muss der nächste Schritt sein", sagt Fink. "Wir haben immer dran geschnuppert. Jetzt müssen wir auch einmal nachlegen." Gegen Bremen, die dank des Sieges gegen Freiburg neues Selbstvertrauen getankt haben, kein leichtes Unterfangen. Vor allem ohne Igor de Camargo.
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